CDU will keinen dritten Tagebau im Kreis Düren

Von: Antonius Wolters
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Energiepolitik im Gespräch: M
Energiepolitik im Gespräch: Moderator Robert Esser diskutiert mit (v.l.) Dr. Hans-Wilhelm Schiffer (RWE), Landrat Wolfgang Spelthahn, Thomas Rachel MdB und Peter Blatzheim (Stadtwerke Troisdorf). Foto: Wolters

Kreis Düren. „Das Risiko hat sich gelohnt”, jubelte Kreisvorsitzender Karl Schavier am Ende des 32. CDU-Kreisparteitags in der Bürgerhalle Inden, wo sich 179 Delegierte eingefunden hatten, um das Thema Energiewende und den zugehörigen Entschließungsantrag der CDU zu diskutieren und bei einer Gegenstimme zu verabschieden.

Der Energieregion Kreis Düren, die von der Union postuliert worden war, näherte sich der Parteitag in zwei Gesprächsrunden, die der Braunkohle sowie der Energiepolitik und dem Energiemix der Zukunft gewidmet waren.

Der Kreis lebt mit und teilweise von der Braunkohle, deren Gewinnung, Verstromung und Veredlung nach Ansicht der CDU noch lange einen hohen Stellenwert haben wird. Gleichwohl betonte Kreisvorsitzender Karl Schavier schon bei der Begrüßung die Forderung der CDU, dass es keinen dritten Braunkohletagebau im Kreisgebiet geben dürfe, da die Bürger bei zwei Groß-Tagebauen - „zu denen wir uns bekennen” - schon ihren Beitrag geleistet hätten.

Das Thema beschäftigte offenbar auch einige Delegierte, die nicht müde wurden, nach weiteren Abbaugebieten zu fragen. „Wir planen keinen Tagebau”, betonte indes Dr. Lars Kulik, Leiter Braunkohleplanung und -genehmigung bei RWE Power. Nach seinen Worten sind die auch nicht notwendig, denn die Vorräte in den genehmigten Tagebauen von rund 3,3 Milliarden Tonnen reichten noch für drei bis vier Jahrzehnte.

Dass die Braunkohle nicht nur für die Energieversorgung interessant sei, sondern zunehmend als Öl-Ersatz für die chemische Industrie „eine ganz andere Bedeutung gewinnt”, unterstrich Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, der ein entsprechendes Förderprogramm für Anfang 2012 ankündigte.

Da die Ressource aus dem Untergrund wirtschaftlich verfügbar sei, schätzt Landtagsabgeordneter Rolf Seel, dass die Verstromung der Braunkohle als Brückentechnologie noch 50 bis 60 Jahre notwendig sei. Dass kräftig investiert wurde und wird, um Braunkohlekraftwerke effizienter und flexibler einzusetzen, erläuterte Michael Lehmann, Betriebsratsvorsitzender des Kraftwerks Weisweiler. Das trage dazu bei, die Stabilität und Versorgungssicherheit der Energienetze zu verbessern, wozu auch der Ausbau von Energiespeichern notwendig sei. So wird beispielsweise der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks am Rursee für möglich gehalten.

In einer Schlüsselrolle bei der Weiterentwicklung der Energieversorgung sieht der CDU-Kreisverband die Kommunen, die dank ihrer Planungshoheit wichtige Weichen stellen und kommunalpolitische Rahmenbedingungen schaffen können.

Bausteine der Energiewende

Neben den erneuerbaren Energien wie Biomasse, Wind-, Wasserkraft, Sonnen- und Windenergie sowie Geothermie werden in dem CDU-Papier das Sparen und der effizientere Einsatz von Energie als weitere wichtige Bausteine der Energiewende benannt. Auf diesem Feld tummelt sich nicht zuletzt die vom Kreis Düren auf Initiative von Landrat Spelthahn und der CDU-Kreistagsfraktion gegründete Rur-Energie GmbH, deren Solarpark gerade ans Netz gegangen ist. Es ist ein Ziel des Landrats, das gesamte Kreisgebiet mit Öko-Strom zu versorgen. Ein Vorbild sind dabei die Stadtwerke Troisdorf, die dieses Ziel bereits erreicht haben und deren Geschäftsführer Peter Blatzheim dem Parteitag Rede und Antwort stand.
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