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Camp signalisiert: Bis hierher und nicht weiter

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Morschenicher, Buirer, Besetzer und Baumschützer aus Aachen waren sich mit dem Eigentümer der Wiese, Kurt Claßen (r.), einig: Das Camp muss bleiben, die Wiese wird freiwillig nicht geräumt. Foto. Andreas Bongartz

Morschenich. Besetzung, Räumung, erneute Besetzung – die Protestcamper haben turbulente Zeiten hinter sich, und es steht ihnen weiterer Stress ins Haus: Die Wiese bei Morschenich, wo die jungen Leute ihr Lager errichtet haben, soll geräumt werden, fordert Landrat Wolfgang Spelthahn unter Androhung von Zwangsmitteln vom Grundstückseigner Kurt Claßen. Dieser hatte nun in die Gaststätte Hoven in Morschenich eingeladen, um die Anwohner zu dem Thema zu hören.

Rund 30 Bürgerinnen und Bürger aus Morschenich, aber auch aus Buir und Aachen diskutierten darüber in der verrauchten Kneipe. Und das Meinungsbild war relativ eindeutig: „Uns stören die jungen Leute nicht, wir finden das, was sie machen mutig und tapfer“, sagte eine Morschenicherin, die den übrigen Bewohnern der vom Tagebau bedrohten Ortschaft wohl aus der Seele sprach. „Wir wollen hier alle nicht weg.“

Die Sympathien für die Protestcamper waren genauso deutlich zu spüren wie die Verunsicherung der Menschen wegen der Zukunft ihrer Heimat. „RWE hat schon so viele Ortschaften ausgelöscht, ich glaube nicht, dass wir sie aufhalten können“, sagte ein Teilnehmer. Aber auch kritische Stimmen wurden in der Gaststätte laut: „Ich frage mich, wo wir unseren Strom herkriegen, wenn nicht von RWE? Und was ist mit den ganzen Leuten, die RWE beschäftigt?“, meinte etwa ein Mann.

Kurt Claßen betonte die große Symbolkraft des Protestcamps. So würde man dem Energieriesen RWE verdeutlichen: „Bis hierher und nicht weiter.“ Hinsichtlich des Tagebaus sei nicht das letzte Wort gesprochen. „Die Chancen, dass der Tagebau nicht kommt, stehen gar nicht so schlecht“, zeigte sich der juristisch bewandte Steuerberater zuversichtlich.

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