Sing Kino Freisteller

Bundesliga-Tänzer freuen sich auf Turnier in der Arena Kreis Düren

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:

Düren. Am Samstag findet zum dritten Mal ein Bundesliga-Turnier der Latein-Formationen in der Arena Kreis Düren statt. Die ersten beiden Male war es das Heimturnier des TSZ Aachen. Im vergangenen Frühjahr haben sich die Aachener mit der TSC Düsseldorf Rot-Weiss zusammengetan und treten als Formationsgemeinschaft (FG) Aachen-Düsseldorf in der Bundesliga an.

Vor dem Wettbewerb hat unserer Mitarbeiter Guido Jansen mit Oliver Seefeldt, dem Trainer der FG, gesprochen.

Hat Ihre Mannschaft in Düren überhaupt einen Heimvorteil? Schließlich kommen die Aktiven aus Aachen und Düsseldorf und haben mit Düren nicht viel zu tun?

Seefeldt: Wir sind vor zwei Jahren mit dem TSZ Aachen für unser Heimturnier nach Düren umgezogen wegen der Halle. Eine solche Halle wie die Arena gibt es in Aachen nicht. Für mich als Berliner war das damals sowieso eine Umstellung, dass mein Heimturnier in NRW stattfindet. Ab dem ersten Jahr haben die Leute in der Arena uns gefeiert und für uns geschrien. Das findet man bei anderen Turnieren so nicht. Die Halle hat eine warme Farbe. Das Publikum sitzt nahe an der Tanzfläche dran und es klatscht für jede Mannschaft. Da freuen sich auch die anderen Teams drauf.

In den bisherigen Wettkämpfen dieser Saison war Platz vier das Standard-Ergebnis für Ihre Mannschaft. Ist beim Heimturnier sogar mehr drin?

Seefeldt: Das kann sein. Der Heimvorteil beflügelt und motiviert. Vielleicht werden wir einen Tick besser sein. Wenn der Funke aus dem Publikum überspringt und die Tänzer das zurückgeben können, dann ist vielleicht etwas mehr möglich.

Und perspektivisch? Was sind langfristig Ihre Ziele?

Seefeldt: In dieser Saison wollen wir Platz vier so festigen, dass wir in der kommenden Saison nach oben angreifen können. Dafür müssen wir aneinander wachsen. Ich muss mich weiter entwickeln, die Mannschaft muss tänzerisch wachsen. Wir müssen dahin kommen, dass wir einen eigenen Stil haben. Bei Bremen ist das so. Die haben etwas Eigenes, das dann alle Anderen nachmachen wollen. Deshalb haben wir jetzt mit Absicht nicht auf die anderen Teams geschaut.

Hat die Zusammenlegung von Aachen und Düsseldorf keine Probleme mit sich gebracht?

Seefeldt: Wir mussten die Philosophie von zwei Mannschaften zusammenlegen. Jede Mannschaft lief anders. Aachen war ein Team, das ruhig und strukturiert gearbeitet hat. Düsseldorf hat als Mannschaft von seinen Emotionen gelebt. Ich habe den Eindruck, dass die Symbiose dieser Eigenschaften gut tut. Wir haben Elemente aus beiden Vereinen übernommen. Außerdem wollten wir mit der Zusammenlegung erreichen, dass die Basis breiter wird.

Wie anstrengend ist Tanzen? Können Sie das irgendwie anschaulich machen?

Seefeldt: Ziemlich anstrengend. In den sechs Minuten, die eine Choreographie dauert, müssen fünf verschiedene lateinamerikanische Tänze auftauchen. Jeder dauert etwa 75 Sekunden. Und jeder ist in etwa so anstrengend wie ein 400-Meter-Lauf. Ein anderes Beispiel: Die Schneider, das sind in unserem Fall die Eltern, fragen die Tänzer beim Anfertigen der Kostüme, wie viel Kilogramm sie im Verlauf der Saisonvorbereitung noch verlieren. Drei bis fünf Kilogramm sind normal. Und das, obwohl die Tänzer alle schon schlank sind.

Ein Trainer aus Berlin, eine Mannschaft aus Aachen und Düsseldorf; wie funktioniert da das Training?

Seefeldt: Ich fahre ein bis zwei Mal pro Woche nach Aachen oder Düsseldorf, um mit der Mannschaft zu arbeiten. Das kann dann pro Einheit in der Wettkampfvorbereitung schon einmal sechs bis acht Stunden dauern. Insgesamt gibt es vier Mal pro Woche Training. Kurz vor der deutschen Meisterschaft wird dann auch fünf oder sechs Mal pro Woche trainiert.

Auffällig in Ihrem Sport ist das breite Lächeln, das die Aktiven auf den Lippen haben. Welchen Hintergrund hat das?

Seefeldt: Aus der Nähe wirkt das tatsächlich etwas maskenhaft. Wir betanzen große Hallen. Und deswegen muss man so lächeln, damit das auch in der hintersten Reihe ankommt. Deswegen sieht das Lächeln möglicherweise etwas übertrieben aus, wenn man es aus der Nähe oder beispielsweise in einer Nah-Einstellung im Fernseher sieht. Und um die Frage vorweg zu nehmen: Ja, es ist schwer, so zu lächeln und dabei so eine anstrengende Choreographie zu tanzen. Die Kunst dabei ist, dieses Lächeln trotz der Anstrengung nicht so schlimm aussehen zu lassen.

Verdient man als Bundesliga-Tänzer Geld?

Seefeldt: Wir arbeiten professionell. Aber man verdient gar nichts. Es ist ein Hobby, das meiner Meinung nach nicht mit Geld zu bezahlen ist. Die Tänzer erhalten eine sehr gute Ausbildung. Außerdem ist Tanzen eine Schule für das Leben. Man hat als Tänzer Verantwortung für seine Mannschaft. Man lernt nicht nur, sich auf dem Tanzparkett zu bewegen, sondern auch auf dem gesellschaftlichen Parkett.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert