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Bundesforschungsministerin spricht auf Burg Obbendorf

Von: Ingo Latotzki
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Annette Schavan sprach auf Burg Obbendorf (rechts im Bild VIV-Vorsitzender Dr. Stephan Kufferath). Foto: Ingo Latotzki

Niederzier. Mächtiger Auftrieb am Dienstag rund um Burg Obbendorf in Hambach: Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, wird am Nachmittag erwartet. Schon einige Zeit vor dem Termin gibt es keinen Parkplatz mehr, ein Polizist steht an der Zufahrt zur Burg und sagt jedem mit freundlicher Miene, er möge sich einen Stellplatz außerhalb suchen und die paar Schritte zu Fuß kommen.

Die Ministerin selbst kann natürlich vorfahren. Bevor das Jahresanfangstreffen der Vereinigten Industrieverbände für Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung beginnt, unterhält sich die Ministerin mit Dr. Stephan Kufferath, dem Vorsitzenden der VIV, und Thomas Rachel, dem Staatssekretär im Bildungsministerium. Die letzten Gäste kommen.

Dann gibt es erst einmal ein Lob für Thomas Rachel. Dass sich Minister und Staatssekretär gut verstünden, sei keine Selbstverständlichkeit, sagt Annette Schavan, bei ihr und dem Dürener Bundestagsabgeordneten sei das der Fall. Und einmal dabei, wird auch Dürens Bürgermeister Paul Larue lobend erwähnt; mit ihm habe sie vor vielen Jahren in Aachen bei einem Bildungsprojekt zusammengearbeitet.

Bildung. Das war das Thema der Veranstaltung. Dr. Stephan Kufferath sagte als VIV-Vorsitzender, es reiche nicht, immer nur mehr Geld in Bildungspolitik zu stecken. Ebenso greife es zu kurz, ständig nach anderen Strukturen zu rufen. Viel wichtiger sei es, „als Gesellschaft das Aufstiegsversprechen zu erneuern“. Es müsse immer wieder deutlich werden, dass Bildung sich lohne, dass es einen unmittelbaren Zusammenhang gebe zwischen materiellem Aufstieg und Bildung. Das hätte wahrscheinlich auch die Ministerin unterschrieben. Die 57-jährige Christdemokratin zitierte, Kinder seien keine Fässer, die nur gefüllt werden wollten, sondern Feuer, die entfacht werden müssten. In ihrem gut einstündigen Vortrag sprach Schavan über Lehrer, Gymnasien, Ganztagsschulen, Wissenschaft, Wirtschaft und duale Ausbildung.

Vor allem aber sprach sie über Verbindlichkeit. Über ihrer Ansicht nach oft fehlende Verbindlichkeit. Es gebe etwa zu große Wahlmöglichkeiten auf offenen Ganztagsschulen, in die Milliarden investiert worden seien. „Wenn Ganztagsschule – dann ganz.“ Es könne nicht sein, dass ein Teil der Schüler nachmittags nicht mehr da sei und deshalb der eigentliche Unterricht nur am Vormittag stattfinden könne. Alle müssten bis 16 Uhr bleiben, wenn sie auf eine Ganztagsschule gingen. Mit erheblichem Aufwand seien in den Schulen Mensen gebaut worden – und oft seien sie nicht ausreichend besucht. Dies seien nur zwei Bespiele, die zeigten, dass nicht alles mit Geld zu regeln sei. „Bildungsarbeit ist gar nicht so kompliziert.“ Entscheidender sei, das Thema noch mehr in die Gesellschaft zu tragen, damit etwa mehr qualifizierte junge Menschen den Beruf des Lehrers ergreifen wollten.

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