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Bürger in Angst um den Rursee

Von: ale
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Auf dem Podium: Markus Hakes,
Auf dem Podium: Markus Hakes, Wolfgang Spelthahn, Gudrun Zentis, Oliver Krischer und Professor Müller-Böling (v.l.) Foto: Anneliese Lauscher

Schmidt. Volles Haus verzeichneten die Ortsverbände Nideggen und Heimbach der Grünen, die zur Podiumsdiskussion in den Schmidter „Schützenhof” eingeladen hatten: Über 200 Bürger füllten den Saal, als es um das neue Pumpspeicherkraftwerk am Rursee ging.

Erfreut begrüßte Gudrun Zentis, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat von Nideggen, die Gäste. Ständig mussten noch zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Auch den Vorstand der Stadtwerke Aachen, Dr. Peter Asmuth, die Bürgermeisterin von Nideggen, Margit Göckemeyer, sowie etliche Vertreter aus den Räten von Nideggen und Heimbach sah man unter den Zuhörern. Teilnehmer der Gesprächsrunde waren Dr. Markus Hakes von Trianel, Landrat Wolfgang Spelthahn, der außerdem Vorsitzender des Aufsichtsrates der rurenergie GmbH ist, Oliver Krischer (MdB) und Prof. Dr. Detlef Müller-Böling von der Gemeinschaft der Sportvereine Rursee.

Hakes erklärte, am 2. Mai sei ein weiterer Infoabend in Simmerath geplant. Er gab folgende Eckpunkte bekannt: 640 Megawattstunden Strom könne das zukünftige Speicherkraftwerk jeweils in sechs Stunden ins Netz einspeisen. Der Rursee müsse für ein Jahr auf den extrem niedrigen Stand von 240 m abgelassen werden, damit man bauen könne. Wie der „Obersee” des Pumpspeicherkraftwerks im Buhlert aussehen werde, das wisse man zurzeit noch nicht. Er werde wahrscheinlich „die Form eines Nierentisches bekommen”.

Anhand einer Skizze erläuterte er die zu erwartenden Strömungen ausgangs der Bucht im Schilsbachtal. Dort wird das Wasser angesaugt, durch einen Tunnel in den Obersee gepumpt und später wieder abgelassen. Die Strömungsgeschwindigkeit beim Austritt gab er mit 0,5 m pro Sekunde an. Dann träfe die Strömung auf eine Landzunge gegenüber und würde zurückgegeben mit 0,1 m pro Sekunde. Dr. Hakes stellte klar, dass bei einem so niedrigen Wasserstand wie im vorigen Herbst überhaupt nicht gepumpt würde.

„Was bleibt uns vom Verdienst?” wollte ein Schmidter wissen. Er hielt den Zuhörern vor Augen, dass etwa 30 Hektar Wald abgeholzt würden, große Flächen würden versiegelt, es werde Sprengungen geben und gewaltige Transporte. Dr. Hakes sagte, die später erhobene Gewerbesteuer werde an alle Anrainergemeinden verteilt, dabei gehe es um eine sechs- bis siebenstellige Summe. „Wie soll das Baumaterial zur Baustelle kommen? Es werden Riesenmengen an Sand und Kies benötigt”, fragte jemand.

Der Wanderweg zwischen Buhlert und der Bucht wird zu einem stabilen Transportweg umgebaut. Für 4000 Menschen, die am Rursee Wassersport betreiben, formulierte Professor Müller-Böling, Bedenken: Steg- und Slip-Anlagen seien nicht ausgelegt für einen Pegelhub von zwei Metern, man fürchte, dass man neue Anlagen bauen müsse. Die Unterbrechung des Segelbetriebs für ein Jahr gefährde die Existenz von Segelclubs.

Krischer meinte zur Frage nach Trassenerweiterungen, man könne die vorhandene Trasse durch den Nationalpark nutzen, wenn dies ohne Eingriffe möglich sei.
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