Düren - Bürger für Düren machen Politik vor der Haustür

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Bürger für Düren machen Politik vor der Haustür

Von: Ingo Latotzki
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Den Bürger im Blick: Heidi Meier-Grass und Udo Scherpenstein wollen „sinnvolle, preiswerte Politik” machen. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Heidi Meier-Grass ist eine energische Frau. Sie sitzt in ihrem Rathaus-Büro, blättert in einem Aktenordner, tippt immer wieder auf Papiere und sagt: „Das haben wir versucht, das wollen wir voranbringen, dieser Antrag von uns ist versenkt worden.” Ihre Stimme ist kräftig, ihr Blick bestimmt.

Wenn sie, wie jetzt, über die Dürener Kommunalpolitik redet, kann ihre Stimme noch etwas kräftiger, werden, der Blick noch bestimmter.

Dann ist Heidi Meier-Grass, 65, in ihrem Element.

45 Jahre, in Worten: fünfundvierzig, fast ein halbes Jahrhundert also, macht sie Politik, Politik vor der Haustür. Das ist ihr wichtig, das ist ihre Passion. Politik für den Bürger, direkt für den Bürger, darum gehe es ihr, sagt sie, das sei ihr Antrieb, sonst nichts.

Wenn der Kanaldeckel schief liege, sei es den Leuten egal, „wer ihn gerade legt, Hauptsache, er wird gerade gelegt”, sagt Meier-Grass. 35 Jahre war sie in der SPD, seit 1999 ist sie bei den Bürgern für Düren, BfD. Das ist keine Partei, sondern ein Verein. Und für Meier-Grass eine Art Glaubensbekenntnis.

Sie tippt wieder auf ihren Aktenordner. Säuberlich abgeheftet sind die Anträge, die BfD in den vergangenen fünf Jahren gestellt hat. Manchmal hat sie das Gefühl gehabt, von den großen Parteien nicht so wahrgenommen zu werden, wie es ihr gebührt. Die Zeiten seien aber vorbei, sagt sie, „heute ist es so, dass CDU und SPD hingehen und unsere Anträge schon mal einfach abkupfern.”

Zum Beispiel das Dormagener Modell. „Das haben wir in die Dürener Politik gebracht.” Eltern bekommen nach der Geburt ihres Kindes Besuch vom Rathaus, erhalten ein kleines Geschenk, außerdem Rat und Hilfe, wenn sie wollen. Damit soll unter anderem vermieden werden, dass Kinder verwahrlosen. „Die CDU nennt das jetzt Dürener Modell”, sagt Meier-Grass, „sie hat es ein bisschen geändert, aber in der Sache ist es unser Vorschlag.”

Ärgerlich, bestätigend

Einerseits ärgert sie das ein bisschen, andererseits findet sie Bestätigung: „So schlecht sind unsere Vorschläge also nicht.”

Als sie das sagt, nickt Udo Scherpenstein. Der Lokführer ist der Mann an der Seite von Heidi Meier-Grass, politisch gesehen. Die beiden bilden die BfD-Fraktion im Dürener Stadtrat. Das soll nicht so bleiben. Nach der Wahl wollen sie zu dritt sein und dass das gelingt, ist für das Duo ausgemachte Sache.

„Die Menschen kennen uns jetzt, sie wissen, wofür wir stehen.” Alles für den Bürger, alles preiswert, so soll es sein: Einen Spielplatz für Kinder in der Innenstadt, einen Mehrgenerationenspielplatz, auch für Erwachsene, Förderung für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, einheitliche Schülerkleidung, jedoch auf freiwilliger Basis, ein Taubenschlag, um die Vermehrung einzudämmen.

Von Haus zu Haus

Mit ihren Ideen werden Meier-Grass und Scherpenstein, 52, im Wahlkampf von Haus zu Haus ziehen, mit den Leuten reden, Broschüren verteilen, Info-Stände in der Wirtelstraße aufbauen. Alles auf eigene Kappe, alles auf eigene Rechnung. „Wir bekommen anders als die Parteien keine öffentlichen Gelder”, sagt Meier-Grass.

30 Prozent der Sitzungsgelder, 30 Prozent der Aufwandentschädigungen gehen an BfD, ein paar Tausend Euro sind so in den letzten Jahren zusammen gekommen. „Wir müssen sehen, woher wir unser Geld bekommen”, sagt sie mit einer Stimme, die vielleicht ein wenig klagend, hauptächlich aber kräftig und engagiert daherkommt.

Energisch eben. Heidi Meier-Grass ist eine energische Frau.
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