Bürger diskutieren Zukunft ihrer Dörfer

Von: Beate Weiler-Pranter
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Hergarten/Düttling. Mängel diskutieren, Stärken herausarbeiten, „Kümmerer“ suchen. Auf diese drei wesentlichen Punkte lässt sich die Hergartener Gesprächsrunde „Dorfforum“ zusammenfassen: Bürgerinnen und Bürger aus Hergarten und Düttling trafen sich im Bürgerhaus, um gemeinsam über die Zukunft ihrer Dörfer zu diskutieren.

In den Arbeitsgruppen „Mobilität“, „Vereinsleben“ und „Arbeiten, Wohnen, Entwicklung“ wurden Missstände vor Ort benannt, erste Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und Zukunftsperspektiven entwickelt. „Unser Bürgerbus soll Bestandsschutz erhalten.“, versichert Ortsvorsteher Gerd Linden. Darüber hinaus denken die Bewohner zwischen 17 und 70 über ein „Dorf-Auto“ nach – ein batteriebetriebenes Elektro-Auto, das im Bedarfsfall ausgeliehen werden kann. Auch die Einrichtung einer Verleihstation für E-Fahrräder wurde vorgeschlagen. Auf der Wunschliste der Bewohner stehen zudem ein Fahrradweg zwischen Hergarten und Vlatten, sowie sichere Fußwege für die Schulkinder. „An den Bushaltestellen vor dem alten Amt sollte in der Mitte der Fahrbahn eine Fußgängerinsel eingerichtet werden, damit die Schüler gefahrlos die Straße überqueren können.“, resümiert Gerd Linden. Um den Durchgangsverkehr zu entschleunigen, kamen die Anwohner ebenfalls auf pfiffige Ideen, die wenig Geld kosten. Eine neue Bepflanzung an den Ortseingängen könnte die B 265 optisch verengen. Vielleicht helfe es auch schon, die Ortsschilder einige Meter nach vorne zu ‚verpflanzen’, damit die Auto-, Motorrad- und LKW-Fahrer das Tempo reduzieren. Demographischer Wandel und Leerstand-Management waren ebenfalls Themen, die für Gesprächsstoff sorgten. Fünf Häuser seien momentan in einem so desolaten Zustand, dass sie vermutlich abgerissen werden müssen. „Bei einer Neubebauung werden wir auf eine eifeltypische Architektur achten.“, ist Gerd Linden sicher. Und damit der einmalige Charme der Eifeler Landschaft auch zukünftig erhalten bleibt, wollen sich Hergartener und Düttlinger Bürger für den Erhalt der Grünland- und Streuobstwiesen einsetzen. Ein Dorfladen könnte zudem neue Arbeitsplätze bieten und regionale Produkte direkt vermarkten.

Wie gut der Schulterschluss zwischen den angrenzenden Dörfern mit insgesamt 624 Einwohnern schon jetzt funktioniert, zeigt sich an der Planung zur 1150-Jahr-Feier von Hergarten im September 2014. „Gemeinsam haben wir einen Brauchtumsverein gegründet, damit wir in Zukunft die Termine und Veranstaltungen besser aufeinander abstimmen können.“

Unter dem Motto „Aktive Dörfer stärken“ wird p:4, die Aachener Gesellschaft für Regional-, Stadt- und Verkehrsplanung, die Bürgerideen bündeln, auf Umsetzbarkeit überprüfen und anschließend zur finanziellen Förderung einreichen. Die erste Förderphase für die LEADER-Region Eifel läuft zwar Ende des Jahres aus, doch 2014 beginnt die zweite Staffel. Somit hoffen engagierte Dörfer im Kreis Euskirchen, Düren und der Städteregion Aachen für weitere sieben Jahre auf finanzielle Unterstützung aus den EU-Töpfen. „Die Signale sind positiv.“, versichert Margarete Lersch, Projekt-Koordinatorin in der Dürener Kreisverwaltung. „Wir machen kleine, feste Schritte statt Luftsprüngen.“, schaut sie zuversichtlich in die Zukunft, denn nur Projekte, die von der Bevölkerung mitgetragen werden, hätten Bestand.

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