Düren - Bündnis gegen Rechts: Gefahr nicht vorüber

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Bündnis gegen Rechts: Gefahr nicht vorüber

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Gemeinsam gegen Rechts: Der Sprecherkreis des Bündnisses wurde mit Sigrid Bergsch und Gunter Derichs neu aufgestellt, bestätigt in ihrem Amt wurden Ludger Dowe, Susanne Rössler, Bürgermeister Paul Larue, Saffet Akkas und Karl Panitz (von links). Nicht anwesend war Thomas Müller. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Vor gut einem Jahr sah alles noch etwas anders aus: Als das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt am 8. Februar des vergangenen Jahres seine zweite Vollversammlung abhielt, war die Christuskirche gerammelt voll. Zu deutlich war die rechtsextreme Bedrohung, die sich an diesem Tag in einer Demonstration der NPD in der Dürener Innenstadt manifestierte.

Jetzt hatte das Bündnis wieder zu seiner Vollversammlung eingeladen, die Ausgangssituation indes stellt sich etwas anders da: Die NPD schwächelt ob ihrer finanziellen Misere, die rechte Szene ist zerstritten und in Düren haben die Braunen den Gütershop als Treffpunkt verloren.

Ob es an der fehlenden Bedrohung lag, dass die Versammlung des Bündnisse am Wochenende mit rund 200 Teilnehmern weitaus weniger Resonanz fand? Ludger Dowe, Mitglied der Sprechergruppe, geht davon aus. Gleichzeitig warnt er davor, die Lage falsch einzuschätzen: „Es ist momentan relativ ruhig, die Lage ist aber weiterhin ernst.”

Susanne Rössler sieht das ähnlich: „Die wahre Bewährungsprobe für unser Bündnis steht noch bevor.” So biete etwa die gegenwärtige Wirtschaftskrise Angriffsflächen für Populisten und einfache Weltbilder. Die Pfarrerin ist allerdings zuversichtlich: „Wenn es darauf ankommt, Gesicht zu zeigen, dann sind wieder viele Bürger mit dabei.”

Denn eines hätten die vergangenen zwei Jahre gezeigt: „Das Bündnis hat mit seiner Arbeit Einzug in den Dürener Alltag gehalten und das Leben in unserer Stadt positiv verändert.”

So fiel der Jahresrückblick auch mehr als positiv aus. Die Vereinigung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt ist weiter gewachsen. Bis Anfang des Jahres haben sich mehr als 140 Gruppen, Institutionen und Vereine sowie mehr als 900 Einzelpersonen aus dem Kreisgebiet zum Bündnis und seinen Zielen bekannt.

Auch habe sich das breite Bündnis von CDU bis Antifa nie hinderlich, sondern eher befruchtend für die Arbeit ausgewirkt, wie Ludger Dowe betonte.

Dementsprechend trat das Bündnis im Laufe des vergangenen Jahres mit zahlreichen bunten Aktionen und Veranstaltungen in Erscheinung, angefangen bei Infoständen in der Innenstadt bis hin zum großen Plakatwettbewerb unter Dürener Schulen.

Dieser soll auch noch weitere Früchte tragen: Die besten Entwürfe sollen vor der Kommunalwahl im August auf allen Einfalls- und Ausfallstraßen im Kreisgebiet zu sehen sein. „Das wird eine große Aktion werden, ob wir die stemmen können wird sich zeigen”, sagte Gunter Derichs, Sprecher des Arbeitskreises Aktion und Information.

Wolle man den Einzug der Rechten in die Räte verhindern, dann brauche es weitere engagierte Mitarbeiter. Denn so viel stehe fest: Die Ruhe ist trügerisch.

„Ich gehe davon aus, dass die NPD in die Räte in Stadt und Kreis einziehen wird”, zeichnet Ludger Dowe ein düsteres Bild, und Gunter Derichs fügt hinzu: „Hoffentlich gibt es nicht ein böses Erwachen nach der Wahl.” Ein solches böses Erwachen will das Bündnis mit allen Mitteln verhindern, ein weiteres aktionsreiches Jahr steht seinen engagierten Mitgliedern bevor.
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