Brutaler Niederschlag und Messerstiche: Zwei junge Dürener vor Gericht

Von: Wolfgang Schumacher
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Die 1. Große Jugendstrafkamme
Die 1. Große Jugendstrafkammer des Landgerichts Aachen verhandelte gestern gegen Tim S. und Eddy T. wegen versuchten Totschlags im November des vergangenen Jahres. Foto: Ralf Roeger

Düren/Aachen. Vor der 1. Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht müssen sich seit Montag zwei junge Männer aus dem Raum Düren wegen versuchten Totschlags verantworten.

Den beiden 20-Jährigen wird vorgeworfen, kurz vor 1 Uhr in der Nacht zum 26. November 2011 auf dem Bahnsteig der S-Bahn in Kerpen-Buir einen Mann niedergeschlagen, gegen Kopf und Leib getreten und mit einem Messerstich schwer verletzt zu haben.

Das 37-jährige Opfer überlebte die Tat und äußerste am Montag im Zeugenstand, dass er sich nicht mehr ganz genau an die Umstände erinnern könne. Er wisse nur noch, dass die beiden im Zug zwei junge Mädchen angepöbelt hätten und er dazu sein Missfallen geäußert habe.

Umfassendes Geständnis

Als er ausstieg, hätten die beiden ihn angegriffen und zunächst eine Bierflasche auf seinem Kopf zerschmettert. Auf die Nachfrage des Vorsitzenden Richters der Kammer, Gerd Nohl, welcher der beiden Angeklagten ihn zuerst angegriffen habe, machte er widersprüchliche Angaben.

Eines aber ist klar: Der Angeklagte Eddy S. aus Merzenich hat in einem umfassenden Geständnis zugegeben, dem Mann mit seinem kleinen Klappmesser einen Stich beigebracht zu haben. Der Stich ging in den Unterbauch und verfehlte knapp die Leber, so dass das Opfer durch eine Operation gerettet werden konnte. Er erlitt zusätzlich diverse Blutergüsse an Körper und Beinen.

Das alles passierte auf dem Bahnsteig neben der stehenden S-Bahn, in der die Auseinandersetzungen begonnen hatten. Der 37-Jährige wollte in Buir den zwei jungen Mädchen in der S-Bahn zu Hilfe kommen. Er habe die Anmache unterbinden wollen, sagte er am Montag. Er war zufällig in Köln, so beschrieb er den Beginn des Abends, am Kölner Hansa-Ring in die falsche S-Bahn nach Düren gestiegen. Er bemerkte den Irrtum und fuhr zurück.

Auf dem Rückweg dann wollten die beiden Männer die Einmischung nicht auf sich sitzen lassen. Die Mädchen sollen sich verbal gewehrt haben und seien dann als „Schlampen” von den Männern beschimpft worden. Bereits seit dem frühen Abend hätten diese Bier, das sie in Rucksäcken dabei hatten, getrunken, erklärte Eddy S., außerdem habe man Joints geraucht. Sein Freund und mutmaßlicher Mittäter Tim I. gab an, er habe zur Tatzeit einen Black Out gehabt und könne sich an die Tatabfolge nicht mehr erinnern.

Sein Kumpel gab an, gesehen zu haben, wie Tim I. auf das mit dem Rücken an der S-Bahn kauernde Opfer mit den Knien eingetreten und ihm ebenso Hiebe auf den Kopf versetzt habe.

Viel Zeit verwandte der Richter auf die Befragung, wie viel die beiden getrunken hatten. Insgesamt sollen zwölf bis 13 Flaschen Bier im Spiel gewesen sein.

Der Prozess geht am 6. Juni ab 9 Uhr im Schwurgerichtssaal des Aachener Landgerichts weiter.
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