Kreuzau/Kreis Düren - Bombe kann zunächst nicht gehoben werden

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Bombe kann zunächst nicht gehoben werden

Von: sis, sj, inla
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Eine solche Bombe wurde 2013 in Echtz entschärft. Die (ähnliche) Kreuzauer Bombe durfte nicht fotografiert werden.

Kreuzau/Kreis Düren. Die Entschärfung der englischen Zehn-Zentner-Bombe stellte den Kampfmittelräumer am Montagabend vor keine größeren Probleme. Die Antwort auf die Frage, wie die Bombe geborgen werden kann, war dagegen am Dienstag nicht leicht zu finden. So blieb der Blindgänger am Dienstag unter aufgeschüttetem Sand im Hang des Privatgrundstücks an der Straße „Niederdrove“.

Und so wird es diese Woche bleiben, da noch unklar ist, wie die Bombe gehoben werden kann. Aufgrund ihrer Lage in einem Garten ist eine Bergung mit Spezialgeräten schwierig, heißt es aus dem Kreuzauer Rathaus.

In der Festhalle hatten die rund 100 Einwohner, die nicht zu Freunden oder Verwandten gegangen waren, rund vier Stunden auf die Heimkehr warten müssen. Beispielsweise der 94-jährige Walter Löwenkamp: „Ich bin mit dem eingesetzten Pendelbus gekommen“, erzählte er. Der Senior war über die Lautsprecherdurchsagen von Polizei und Feuerwehr auf den Bombenfund aufmerksam geworden. Andere wie der Jugendliche Alexander Dörsch hatten zunächst über „Whats App“ von der gefährlichen Situation erfahren. Freunde hatten den Kurznachrichtendienst genutzt, um die Information über Bombenfund und Evakuierung weiterzuleiten.

Am Dienstagmorgen trafen sich in der Kreuzauer Gemeindeverwaltung die Mitglieder der Einsatzleitung zu einer Manöverkritik, schließlich hat es in Kreuzau seit mindestens 50 Jahren keinen Bombenfund mit diesem Auswirkungen gegeben. Bürgermeister Ingo Eßer begab sich an den Fundort des Blindgängers, um mit Bewohnern des betroffenen Evakuierungsgebietes zu sprechen und ihnen für ihr umsichtiges Verhalten zu danken.

Der Umgang mit Blindgängern und anderen explosiven Kriegsrelikten ist klar geregelt. Das Land NRW unterhält einen sogenannten Kampfmittelbeseitigungsdienst, der die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden bei der „Gefahrenabwehr“ unterstützt. Auf Anforderung untersucht, bewertet und räumt der Kampfmittelbeseitigungsdienst Verdachtsflächen. Zufallsfunde wie die Fliegerbombe in Kreuzau werden von den zuständigen Ordnungsämtern oder der Polizei direkt der Bezirksregierung gemeldet, die den Räumdienst einschaltet. Die Kosten übernimmt der Staat.

Flächen werden untersucht

Auf Kampfmittelbelastungskarten werden alle Gefahrenflächen und bisherigen Funde vermerkt. Die Auswertung von Luftbildern und Militärberichten aus dem Zweiten Weltkrieg kann beispielsweise Erkenntnisse darüber liefern, in welchen Gebieten noch mit Blindgängern zu rechnen ist.

Der Umgang mit Altlasten ist in der Gemeinde Hürtgenwald, die während des Zweiten Weltkriegs monatelang Kampfgebiet war, beinahe Alltag. „Bei jeder Baumaßnahme und jedem Neubaugebiet werden die Flächen untersucht“, sagt Bürgermeister Axel Buch.

Ähnlich ist es in Düren. Die Stadt teilt der Bezirksregierung mit, wo größere Baugebiet entstehen sollen. Der dann von der Behörde eingeschaltete Kampfmittelräumdienst entscheidet, ob das Gebiet auf Kriegshinterlassenschaften überprüft wird oder nicht. Bauherren werden ergänzend mit Informationsmaterial versorgt, sagte Jürgen Fischöder, Leiter der Vermessungsabteilung im Rathaus.

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