Vossenack/Raffelsbrand - Bodenlehrpfad im Todtenbruch jetzt barrierefrei

Bodenlehrpfad im Todtenbruch jetzt barrierefrei

Von: heb
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Die symbolische Eröffnung per Scherenschnitt. Ab sofort ist der „Todtenbruch“ barrierefrei zu bewundern.

Vossenack/Raffelsbrand. „Natur für alle in Natura“, heißt ein Projekt der Unteren Landschaftsbehörde (ULB). Ziel ist es, auch für Menschen mit Behinderungen die Natur erlebbar zu machen. „Schautafeln und interaktive Filme sind zwar schön und gut, aber Naturerfahrungen vor Ort ersetzen sie lange nicht“, erklärte der Leiter der ULB, Egbert Wilhelm.

Mit dem Bodenlehrpfad im Todtenbruch wurde dieses Ziel nun im Kreis verwirklicht. Das Naturschutzgebiet im Eifelort Raffelsbrand ist das einzige Hochmoor im Kreisgebiet. An den Ausläufern des Hohen Venn lag bis vor dem 2. Weltkrieg eine kleinere Moorlandschaft. Im Zuge der Besiedlung nach dem Krieg wurde diese Gegend durch Drainagen und Rodung landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Seit gut zehn Jahren kann man das in der Renaturierung begriffene alte Naturbild nun wieder am Todtenbruch bewundern.

„Gerade in der Moorlandschaft ist eine Bereisung für Rollstuhl- oder Rollatorfahrer nahezu unmöglich“, verdeutlichte Kreisdezernent Hans-Martin Steins. Abhilfe schaffen nun 1100 Meter Bohlenweg quer durch das gesamte Gebiet.

Naturschutz profitiert

Neben den Menschen mit Behinderungen profitiert auch der Naturschutz: Die Besucher werden auf Pfaden durch das Gebiet geführt, und Schaden im Gelände wird so vermieden. Bei der Umsetzung des Umbaus der Anlage im Sinne der Barrierefreiheit half die NatKo. Die „Nationale Stelle für Tourismus für Alle“ gab Ratschläge, wo Verbesserungen nötig waren oder Normen eingehalten werden mussten. Neben dem Umbau der vorhandenen Bohlenanlage im oberen Moorbereich wurde im unteren Bereich des Gebietes ein komplett neuer Holzpfad eingerichtet. „Das ist in zweifacher Hinsicht ein Gewinn“, erklärt Projektleiter Erwin Reinartz, „die Rollstuhlfahrer müssen auf dem letzten Stück nicht die viel befahrene Landwirtschaftstraße nutzen und gleichzeitig wird eine völlig andere Waldlandschaft erschlossen.“

Natürlich nutzt die neue Anlage nicht nur Menschen mit Behinderungen, auch die Begehung für Familien mit Kinderwagen wird deutlich erleichtert.

Neben dem Naturschutzgebiet „Todtenbruch“ sind ebenfalls die Gebiete „Ruraue“ und „Drover Heide“ barrierefrei erschlossen. Erkunden kann man das Gelände auf eigene Faust. Auch begleitete barrierefreie Führungen werden angeboten, unter anderem von der Biologischen Station Düren.

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