Kreis Düren - Betrugsopfer werden künftig nur noch in Jülich vernommen

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Betrugsopfer werden künftig nur noch in Jülich vernommen

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Kriminalkommissariat 2 soll auch Internetbetrügern das Handwerk legen: in Jülich.

Kreis Düren. Für die Polizisten im Kreis Düren besteht nun Klarheit, wie die von Landrat Wolfgang Spelthahn angekündigte Veränderung innerhalb der Behörde aussieht. Die 16 Beamten des Kriminalkommissariats 2, die sich um Betrugsfälle, Ausländer- und Interkriminalität kümmern, werden bis Anfang 2014 von Düren nach Jülich umziehen. Damit sollen die Dürener Gebäude entlastet und die Jülicher besser ausgelastet werden.

Nachteile für die Bürger schloss Wolfgang Spelthahn als Behördenleiter aus. Gleichwohl werden Bewohner der Stadt Düren und des Südkreises, die Opfer von Betrügern geworden sind, im kommenden Jahr zu Vernehmungen die Reise in den Norden des Kreises antreten müssen. „Zentrale Serviceleistungen der Polizei bleiben für die Bürger in Düren vor Ort“, sagte Spelthahn auf Anfrage. Vom Verfassen einer Anzeige bis zum Waffenwesen.

Überbelegung versus Leerstand

Die Umstrukturierung sei nötig gewesen, weil das Land die Behörde aufgefordert habe, die Jülicher Liegenschaft besser auszulasten, erklärte der Landrat. „In Düren haben wir eine Überbelegung, in Jülich stehen Räume leer.“ Mit dieser Entlastung könne beispielsweise die Situation bei Waffenschränken und Umkleidemöglichkeiten für Polizistinnen in Düren verbessert werden. „Die Entscheidung, welches Kommissariat umzieht, wurde ausschließlich aus fachlichen Gründen innerhalb der Kreispolizeibehörde getroffen“, sagte Spelthahn. „Auf Arbeitsqualität, interne Prozesse und die Effizienz der Ermittlungen hat diese Entscheidung keine Auswirkungen“, sagte Polizeidirektor Jürgen Möller auf Anfrage unserer Zeitung. Wichtig sei, dass das gesamte Kriminalkommissariat 2 umziehe und damit Fachwissen und Ermittlungserfahrung gebündelt bleiben und alle Fälle zentral bearbeitet werden.

Möller möchte keine Angaben machen, über welche anderen Kommissariate nachgedacht wurde. Ganz bewusst seien keine „operativen Einheiten“ wie beispielsweise Zivilfahnder von Düren nach Jülich verlegt worden. „Das wäre spürbar“, sagte Möller. Auch von Jülich aus seien aber die Aufgaben des Kriminalkommissariats 2 im Südkreis zu bewältigen. Die Entzerrung der Raumsituation in Düren verbessere zudem die Arbeitsbedingungen in anderen Dienststellen. „Die Bürger merken diese Veränderung erst, wenn sie zu einer Vorladung kommen müssen“, urteilt der Polizeidirektor.

„Euphorie löst eine solche Veränderung nie aus“, sagte Wolfgang Spelthahn. Aus Jülicher Sicht könne die Entscheidung als Stärkung des Standorts, aus Dürener Sicht als Schwächung empfunden werden. „Dies sind aber sehr lokalpolitische Argumente“, stellte er klar, dass diese Veränderung dem Ziel folge, „mit mehr Leistungen näher am Bürger zu sein“. Die Standorte besser auszulasten sei „sinnvoll“. In der Vergangenheit zog bereits die Dienststelle für Aus- und Fortbildung nach Jülich, vor einigen Tagen erst zog der Einstellungsberater um.

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