Besinnliche Mundartmusik ohne falsche Sentimentalität

Von: ale
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„Janz Höösch“ hatten sie den Musikabend genannt. Die „Schweess Fööss“ machten ihren Fans mit dem adventlichen Musikabend in der Alten Kirche in Stockheim viel Freude. Foto: Anneliese Lauscher
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Stockheim. Zum ersten Mal gastierten die „Schweess Fööss“ in einer Kirche; die Alte Kirche in Stockheim bot ihnen einen einzigartigen Rahmen für einen adventlichen Musikabend, und die Fans kamen in Scharen.

Rasch waren die 110 Sitzplätze im Vorverkauf ausgebucht, eine Abendkasse war nicht mehr nötig, als am Samstag die Besucher aus allen Richtungen durch das romantisch verschneite Stockheim zur Kirche kamen. Es war ein einmaliges Ambiente im schlichten romanischen Sakralbau.

„Nicht so einfach“

Addy Clemens berichtete: „Wir trugen die Idee schon lange in unseren Köpfen herum und sind glücklich, heute hier zu sein. Aber es war nicht so einfach, hier alles Nötige aufzubauen: Technik, Bühne, Beleuchtung. Gestern haben wir gedacht, wir müssen verrückt sein! Umso mehr freuen wir uns, dass Ihr alle da seid. Für die ersten Fans haben wir die Glocken geläutet.“

Und los legten sie mit einem Reigen von frohen und rhythmischen Liedern, mit humorvollen und besinnlichen Texten. Ein Glanzlicht: „Halleluja“ von Leonhard Cohen; die Worte dazu hatten sich die Schweess Fööss ausgedacht, eine Erinnerung an die, die gegangen sind, ohne falsche Sentimentalität, einfach aus dem Herzen heraus.

Auch ihre eigenen Lieder spiegeln Gedanken über das Leben, sie befassen sich mit Minderheiten („Ussjestosse“), mit Toleranz, mit Optimismus, und es wird ein wenig über Liebe und Partnerschaft philosophiert. Alles mit erstklassiger Musik, in der die starken Gitarren dominieren.

Zu einer wundervollen Hommage an John Lennon, dessen Todestag am Samstag war, wurde „Stell dr vüer“ (Imagine), da klang Carlos Stimme gänsehautschön!

Ein interessantes Duo war aus Untermaubach gekommen: Peter Kapschak und Heinz Willi Becker. Sie bedankten sich für die Ehre, an einem Schweess-Fööss-Abend mitmachen zu dürfen, und versprachen „handgemachte“ Musik.

Glühwein und Plätzchen

Mit Gitarren und guten Stimmen und stets zu Scherzen aufgelegt gewannen sie das Publikum. „Baal ess et esu weg“ weckte die Vorfreude auf Weihnachten und klang ein wenig wie „Dirty Old Town“. Ein schwungvolles Lied handelte von einem stibitzten „Weggemann“, und auch für das Gedicht vom „jezoppte“ Lebkuchenherz bekam Peter Kapschak viel Applaus.

Jürgen Keymer versüßte die Pause mit seinem Saxophon, man hätte seinem gekonnten, gefühlvollen Spiel noch länger zuhören können. Verlockender Glühweinduft zog durch den Kirchenraum, es gab köstliche Weihnachtsplätzchen. Da ließ sich das begeisterte Publikum nicht lange bitten, zum Schluss mitzusingen zur Melodie eines Spirituals: „Sengt met, stemmt all met enn.“

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