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Beschlüsse im „Schweinsgalopp“? Dezernentin weist Kritik zurück

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:

Jülich/Kreis Düren. Das Schulamt des Kreises Düren hat auf die Kritik aus dem Jülicher Ausschuss für Jugend, Familie, Integration, Soziales, Schule und Sport reagiert. Kreis-Schuldezernentin Maria Kaptain weist die Aussage zurück, dass Beschlüsse im „Schweinsgalopp“ gefasst werden müssen.

Es geht um die Auflösung des Zweckverbandes der Nordkreis-Kommunen, der die Jülicher Schirmerschule trägt. Die Auflösung soll passieren, damit ein kreisweiter Verband gegründet werden kann, der für alle LES-Förderschulen (Lernen, Emotionale Entwicklung, Sprache) im Kreis zuständig ist. Derzeit gibt es sechs.

Weil die Bürgewaldschule und die Cornetzhofschule aus dem Südkreis nicht mehr die Mindestgrößenverordnung für Förderschulen erfüllen und deswegen vor der Schließung stehen, prüft der Kreis Düren, die sechs Standorte zusammenzufassen zu zweien. Bis zum 30. November muss der Antrag zur Genehmigung der Änderung der Trägerschaft bei der Bezirksregierung vorliegen.

Bis dahin müssen am Beispiel Jülich der Fachausschuss, der Hauptausschuss und der Rat über dieses Thema gesprochen beziehungsweise abgestimmt haben. Gegen dieses aus ihrer Sicht enge Zeitfenster hatte der Fachausschuss protestiert. Von einem Verfahren im „Schweinsgalopp“ ohne Kenntnis der Faktenlage sprach Ausschuss-Mitglied Helma Dürholz.

Der Widerstand in Jülich regte sich nach Aussage des Ausschusses auch, weil die Schirmerschule mit ihren derzeit 194 Schülern noch weit oberhalb der Mindestgrenze von 144 liegt und noch nicht von der Schließung bedroht ist. Vor wenigen Jahren ist die Schule in einen Neubau an der Linnicher Straße gezogen.

Von einem „Schweinsgalopp“ könne keine Rede sein, betonte Kaptain. „Der Kreis wurde ausdrücklich von den Bürgermeistern beauftragt, eine Planung vorzunehmen und hat dies nicht aus eigenem Antrieb getan. Die Vertreter der Stadt Jülich haben den Beschluss in der Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz mit gefasst“, mailte Kaptain am Donnerstag. Im Februar habe der Kreis von den Bürgermeistern den Auftrag erhalten, ein Konzept zu erarbeiten, um auf die im Rahmen der Inklusion kleiner werdende Zahl der Förderschüler zu reagieren. „Jede Kommune hatte es selbst in der Hand, ihre politischen Gremien zu informieren. Dies scheint versäumt worden zu sein“, schrieb Kaptain.

Erst Anfang September, zur ersten Sitzung nach der Kommunalwahl, will der Ausschuss Kenntnis gehabt haben. „Wir sperren uns nicht grundsätzlich gegen das neue Konzept. Aber wir hatten gar keine Gelegenheit, das Thema zu diskutieren“, sagte Dürholz. Jetzt bleibt dem Rat kaum mehr, als den Beschluss einfach durchzuwinken.

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