Berufsorientierung im Erlebnisparcours

Von: Burkhard Giesen
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Spielerisch können die 550 Jugendlichen aus den 7. Klassen im Kreis Düren in einem Erlebnisparcours ihre Stärken kennenlernen. Die Idee: Wer frühzeitig seine Stärken kennt, kann später besser entscheiden, welcher Beruf zu ihm passt.

Düren. „Macht einfach das, was euch Spaß macht“, rät Dürens Bürgermeister Paul Larue beim Projekt „Komm auf Tour – meine Stärken, meine Zukunft“ den Jugendlichen. Aber was macht eigentlich Spaß? Und was macht so viel Spaß, dass man es vielleicht später einmal zu seinem Beruf machen möchte?

Genau das sollen rund 550 Jugendliche aus 7. Klassen von Haupt-, Gesamt- und Realschulen sowie die 8. Klassen von Förderschulen bei einem Erlebnisparcours spielerisch herausfinden können. „Du kannst mehr, als du bislang weißt. Probier aus, was dir Spaß macht“, lautet denn auch die zentrale Botschaft, mit der die Bundesagentur für Arbeit und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bei den Jugendlichen dafür werben, sich mit ihren Stärken auseinanderzusetzen. Mit im Boot: lokale Akteure wie Stadt und Kreis Düren, Jugendheime, die mobile Jugendarbeit, aber auch Vereine, die Jugendlichen bei Problemen beraten. Die Idee: Wer seine Stärken kennt, hat es später einfacher, die dazu passenden Tätigkeiten oder Berufsfelder herauszufinden. Und: Das Vertrauen in die eigenen Stärken fördert das Selbstbewusstsein.

Sechs Stationen durchlaufen die Jugendlichen auf dem Erlebnisparcours in der Lendersdorfer Rurtalhalle und müssen dabei vor allem eins: Entscheidungen treffen, alleine oder in der Gruppe. Konfrontiert werden die Jugendlichen dabei mit Alltagssituationen: zum Beispiel der sturmfreien Bude, die nach einer Party wieder aufgeräumt werden muss, bevor die Eltern kommen. Verknüpft werden die Aufgaben mit unerwarteten Situationen. So soll den Jugendlichen bei der Gelegenheit zum Beispiel auch verdeutlicht werden, dass geschlechtsspezifische Rollen bei der Gestaltung der beruflichen Zukunft keine Hürden darstellen müssen.

Unerwartet mag auf den ersten Blick auch die Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erscheinen. Die wartet mit Informationen rund um die Themen Liebe, Sexualität und Verhütung auf. Aus einem simplen Grund: Jugendliche, die sich in ihren beruflichen Perspektiven eingeschränkt fühlen, nehmen eher das Risiko ungewollter Schwangerschaften in Kauf.

Nach dem Erlebnisparcours haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich auszutauschen und die Ergebnisse gemeinsam auszuwerten. Aufbereitet wird das anschließend auch von den Lehrern und vor allem in Zusammenarbeit mit den Eltern. So wird Mittwoch ab 19 Uhr eigens auch ein Elternabend veranstaltet, um die Eltern frühzeitig stärker in die Berufsorientierungsphase ihrer Kinder mit einzubinden.

Jutta Schmidt, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit in der Region: „Das Programm ‚Komm auf Tour‘ ist ein gutes und innovatives Instrument in der Berufsorientierung und leistet auch einen verlässlichen präventiven Beitrag zur Deckung des Fachkräftebedarfs.“ Letzteres ist aber nur ein positiver Nebeneffekt. Im Vordergrund steht etwas anderes: bei mehr als 350 Ausbildungswegen, diversen schulischen Ausbildungen und Studienmöglichkeiten frühzeitig eine Orientierungshilfe anzubieten, die später mit Praktika vertieft werden kann.

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