Bert Züll zieht eine Bilanz seiner zehnjährigen Amtszeit

Von: Franz Sistemich
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Seine Tage sind gezählt: Heimbachs Bürgermeister Bert Züll ist nur noch bis zum 22. Juni im Amt. Er zieht eine positive Bilanz. Foto: Sistemich

Heimbach. Zunächst einmal wird er einige Zeit nichts tun. Dann wird der Sommer vorbei sein und er wird sich neuen Aufgaben widmen. Welchen, verrät der Mann, dessen Amtszeit als Bürgermeister von Heimbach am 22. Juni endet, nicht: „Ich werde dann aber Herr meiner eigenen Zeit sein“, sagt Bert Züll und lächelt.

Seit 2004 hat er das Amt des Bürgermeisters in der kleinsten NRW-Kommune inne. Wenn er in einigen Tagen vorzeitig und aus eigenem Entschluss seinen Sessel im neuen Rathaus am Seerandweg räumt, geht er weder mit einem weinenden noch mit einem lachenden Auge: „Ich hatte ja etliche Monate Zeit, mich auf dieses Datum vorzubereiten.“

Die Ankündigung von Züll im vergangenen Jahr, ein Jahr vor Ende der Amtszeit in 2015 von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, sich aus Verwaltung und Politik zurückziehen, überraschte die Öffentlichkeit. Der Mann, der seit 1973 in der Verwaltung der Stadt arbeitet – zum Beispiel als Kämmerer unter Stadtdirektor Hans-Georg Schumacher und als Allgemeiner Vertreter des hauptamtlichen Bürgermeisters Hans-Günther Pütz –, wollte vor zehn Jahren unbedingt Bürgermeister als Nachfolger von Pütz werden: „Ich wollte für meine Stadt das Beste herausholen und entsprechend kämpfen.“ Und er sagt: „Ich glaube, ich habe in Zusammenarbeit mit meiner Verwaltung und dem sehr gut kooperierenden Stadtrat doch einiges erreicht.“

Etliche Projekte lagen zu Beginn seiner Amtszeit schon seit vielen Jahren in den Schubladen. Züll setzte ihre Verwirklichung ganz oben auf seine Agenda. Und listet als Ergebnis auf: „Das Feriendorf Eifeler Tor mit einem Investitionsvolumen von 52 Millionen als Paradeprojekt, der Um- und Ausbau der Burg Hengebach zur Internationalen Kunstakademie, der Ausbau der Landstraße 219 zwischen Hausen und Blens oder auch der Um- und Ausbau der ehemaligen Schule in Hergarten zum barrierefreien integrativen Nationalparkgästehaus gehören zu den Maßnahmen, die nur mit großem Einsatz bewältigt werden konnten.“

Die Realisierung der Projekte war eben nicht einfach: „Als Bürgermeister gerade der kleinsten Kommune im Bundesland musst du immer am Ball bleiben, wenn es sein muss gar täglich.“ Einfach nur E-Mails zu schreiben und dann auf Antwort zu warten, reiche nicht aus: „Natürlich sind Telefonate und das persönliche Kennenlernen von Entscheidungsträgern eine zeitaufwändige Angelegenheit, aber für große Entscheidungen ist eine gute Vernetzung einfach unverzichtbar.“

Tätig zu sein für den Bürger war Züll auch wichtig. Die Schlagzahl, die er bei Projekten, aber auch für den Bürger vorgelegt habe, sei mit Sicherheit zumindest zu Beginn seiner Amtszeit auch für seine Mitarbeiter manchmal „gewöhnungsbedürftig“ gewesen, aber: „Die Verwaltung ist Dienstleister, das darf man als Bürgermeister und auch als Mitarbeiter einer Verwaltung einfach nicht vergessen. Wir müssen uns um die Probleme der Einwohner kümmern.“ Wobei auch wichtig sei: „Ich habe nie etwas versprochen, was ich nicht halten konnte. Auch wenn es für den Betreffenden hart war: Bei mir wusste man, wo man dran war.“

Trotz der positiven Bilanz, die Züll zieht, sieht er einen Aspekt, der ihm nicht gefällt: „Beim Masterplan sind wir keinen wesentlichen Schritt weitergekommen, ist eine Förderung momentan nicht absehbar.“ Aber der scheidende Bürgermeister ist zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass mein Nachfolger Peter Cremer, der als Fachbereichsleiter bereits für den Plan zuständig war, diesen, den er zur Chefsache erklärt hat, mit oberster Priorität behandeln wird.“ Es gelte schließlich: „Man wird nicht an Wahlprogrammen gemessen, sondern an dem, was man umgesetzt hat.“

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