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„Berliner Wilder” wird wieder entdeckt

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Gehört zu den Berliner Wilden: Peter Keil.

Jakobwüllesheim. Die Osterferien beginnen, und das „KulturForum Europa” (KFE) bietet denjenigen, die zu Hause bleiben, eine farbenprächtige Möglichkeit, sich mit Kunst zu beschäftigen: „Peter Keil, der unbekannte Wilde aus Berlin”, heißt die Ausstellung, die von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. April, jeweils von 14.30 bis 18 Uhr im KFE-Atelierhaus im Vettweißer Ortsteil Jakobwüllesheim, Oberstraße 1, zu besichtigen ist.

Gezeigt werden rund 30 mittel- und großformatige Arbeiten des Malers, der viele Jahre vergessen worden war und dessen Bilder sich jetzt ausgesprochener Popularität erfreuen.

Wer ist dieser Künstler, den seine Zeitgenossen übersehen haben und dem urplötzlich Anerkennung gezollt wird? Dazu gibt die dreitägige Ausstellung farbengewaltige Auskunft.

Immer noch „modern”

Bei dem 1942 geborenen Peter Keil stehen der Mensch, Gesichter, Köpfe, Figuren und Torsi im Mittelpunkt der Komposition und auch der Ausstellung aus der zur Zeit größten Sammlung von Original-Arbeiten des Künstlers auf Papier, Malpappe und Leinwand des „KulturForum Europa”, sowie Objekte aus den 50er Jahren bis heute.

„Besonders den jüngeren Besuchern, die nicht mehr mit der Formen- und Farbenwelt der ,Berliner Wilden´ aus den 60ern vertraut sind, wollen wir eine Kunst nahe bringen, die immer noch zeitgemäß ist, heute mehr als vor 40 Jahren anspricht und fasziniert”, so Christian Bauer, Leiter der Akademie für Kunst und Design beim KFE, der die Objekte zusammengestellt hat.

Heile Welt oder seelenlose Schönheit interessieren Keil nicht. Ihn faszinieren Persönlichkeiten, kuriose Typen, Außenseiter und Randgruppen. In Bars und Kneipen, bei den Arbeitern findet er Anregung und Motive. Weit entfernt von idealisierenden Arbeiten alter Meister und keinesfalls im Einklang mit einer kleinbürgerlichen Moral zeigt er Alltagsgeschehen, so wie er es empfindet.

Aggressive Farben und Formen, die geradezu zum Widerspruch reizen, zeigen Teekocher, Eisenbieger, Rummelboxer und Dirnen, die ihm Modell gestanden haben. Aber auch Politiker, wie Angela Merkel mit blau weißen Querstreifen durchs Gesicht verraten seine Einstellung zur Politik.

„Der Künstler hat es zum eigenen Stil vervollkommnet, gegen das vom Porträt geforderte Prinzip der Ähnlichkeit zu verstoßen. Da sind sicher bei der Bundeskanzlerin zwischen Frank Sinatra, Robbie Williams und einem ,doofen deutschen Gotteskrieger´ noch unbekannte Züge zu entdecken”, so Bauer weiter. Abgerundet wird die Ausstellung mit selten gezeigten Clowns und Landschaften. Alle ausgewählten Arbeiten stehen zum Verkauf.

Die Einnahmen sind für den weiteren Ausbau des Kunstgartens bestimmt, der rund um die beiden KFE-Häuser Metallskulpturen beherbergt und vor zwei Jahren eingeweiht wurde. Er ist ebenfalls während der Ausstellung zu besichtigen.
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