Berzbuir - Bergehalde Beythal: „Der Pilotbetrieb läuft noch“

Bergehalde Beythal: „Der Pilotbetrieb läuft noch“

Von: Stephan Johnen
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Seit mehr als einem Jahr wird Sickerwasser der Bergehalde unterirdisch zur Filteranlage auf dem Gelände der Deponie Horm gepumpt. Nun soll auch stärker belastetes Wasser gereinigt werden. Foto: Stephan Johnen

Berzbuir. Die Bergehalde Beythal birgt ein Umweltproblem. Das aus dem ehemaligen Absetzbecken der Erzaufbereitung austretende, schwermetallhaltige Sickerwasser wird seit Jahren aufgefangen und zurückgepumpt.

Seit Oktober 2010 liegt das Ergebnis eines von der Bezirksregierung Arnsberg in Auftrag gegebenen Gutachtens zum Zustand der Halde vor. „Akute Gefahr besteht nicht, aber der Zustand ist auf Dauer nicht haltbar“, bilanzierte der Arnsberger Dezernent Franz-Josef Chmielarczyk. Der vorhandene Kalk diene noch als Puffer, der eine Übersäuerung und stärkere Auswaschung der Schwermetalle verhindere. Es bestehe Handlungsbedarf, sagte er vor drei Jahren.

Das sehen auch die Mitglieder des Umwelt- und Landschaftspflegeausschusses des Kreistags so, die zuletzt die Informationspolitik der Bezirksregierung kritisiert hatten. Statt eines persönlich vorgetragenen Berichts über den aktuellen Sanierungsstand gab es ein Schreiben, das aus Sicht der Politiker mehr Fragen offen ließ als beantwortete.

Drei Jahre seien seit der Vorstellung des Gutachtens vergangen – doch seit einigen Monaten seien keine Fortschritte zu erkennen. Wie geht es weiter? Welche Pläne gibt es zur Sanierung der Halde? Wie läuft das Pilotprojekt zur Filterung des Sickerwassers?

Im Jahr 2011 wurde damit begonnen, eine über 2,6 Kilometer lange Leitung entlang der Abraumhalde und über den „Berzbuirer Knipp“ zum Betriebsgelände der Deponie Horm zu verlegen. Seit mehr als einem Jahr läuft dort nun schon das Pilotprojekt, bei dem das Sickerwasser der Halde gefiltert wird. Auch dieses Wasser wird wieder zurückgepumpt. Angedacht war, dieses gefilterte Wasser, das jedoch eine hohe Sulfatkonzentration aufweist, entweder in die Rur oder den Mühlenteich abzuleiten.

Würde es in die Kanalisation abgeleitet, könnte das Wasser die Rohre auf Dauer beschädigen. „Dieses Vorhaben war von Anfang an mit Fragezeichen versehen“, bilanziert Hermann Josef Weingartz, Vorsitzender des Umweltausschusses. Auch zu diesem Punkt hätten die Umweltpolitiker gerne weitere Informationen gehabt. Im Schreiben der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg heißt es, dass „hinsichtlich der geplanten Ableitung des gereinigten Sickerwassers eine Anfrage an die Bezirksregierung Köln gestellt wurde“.

„Der Pilotbetrieb läuft noch, die erste Testphase ist abgeschlossen“, sagte Dezernent Franz-Josef Chmielarczyk aus Arnsberg auf Anfrage unserer Zeitung. Die Anlage sei optimal eingestellt, um da Sickerwasser zu reinigen. Der nur in kleinen Mengen anfallende Schlamm werde entsorgt. In einem zweiten Schritt soll das stärker belastete Wasser aus dem Inneren der Halde gereinigt werden. Über die Frage, ob das Wasser abgeleitet wird, müsse die Bezirksregierung Köln entscheiden. Die Anträge seien 2012 gestellt worden.

Weitere Sanierungsschritte seien in der Planung, sagte Franz-Josef Chmielarczyk. Möglich sei eine Abdeckung der Halde. Wegen einer Gesetzesänderung werde voraussichtlich zum 1. Januar 2014 die sogenannte Maßnahmenträgerschaft auf den von der Industrie gegründeten Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AVV) übertragen. Mitglieder sind das Land, die Kommunen und Unternehmen. „Der Verband hat seit Jahrzehnten Erfahrung mit der Sanierung solcher Bergbaufolgelasten“, sagte Chmielarczyk.

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