Beim Golf zählt ein Buchstabe: das K

Von: Ingo Latotzki
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Der GC Düren setzt auf den Nachwuchs: Mehr als 90 Jugendliche spielen mittlerweile auf der idyliisch gelegenen Anlage in Gürzenich. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Der nette Kollege macht wirklich ein besorgtes Gesicht: „Verletz´ dich nicht”, ruft er und duckt sich sofort danach weg, als befürchte er, von einem plötzlich umkippenden Baum getroffen zu werden.

Wie Kollegen so sind. Da steht man da auf der so genannten Driving Range des Golf Clubs Düren und soll den kleinen Ball möglichst weit und geradeaus wegbefördern. Das Ganze auch noch elegant, versteht sich. Also los: Richtiger Griff, Drehung, Schwung - und: nichts. Der Ball liegt immer noch so da wie eben. Es zwickt ein wenig im Rücken, aber natürlich lässt man sich da nichts anmerken. Der lieben Kollegen wegen. Außerdem ist doch heute Abend noch der Termin beim Physiotherapeuten. Dem kann man sich ja dann offenbaren.

Alsdann, zweiter Versuch: Greifen, drehen, schwingen, schlagen. Oder: Konzentration., Koordination, Kondition, wie Hans Drenkhahn, der Präsident des GC Düren, sagt. Drei K. Auf die kommt es an.

Mehr braucht es nicht zum Golf, sagt Drenkhahn. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Der Mann hat gut reden. Auch der zweite Versuch ist eher: solala! Der Ball flieg zwar. Aber wie! Nicht gerade, deutlich unterhalb der idealen Flugbahn, nicht eben weit. Und dann der Rücken...

Aber genug jetzt. Nun soll ein Golf-Fachmann mal erklären, warum es lohnen kann, diesen Sport zu betreiben. In Düren, genauer: in Gürzenich, führen sie als Erstes „die einzigartige Anlage an”. Idyllisch gelegen, draußen in den Feldern, ein großer Teil liegt mitten im Wald, alter Baumbestand, viel Grün, „herrlich”, sagt Präsident Drenkhahn. 18 Löcher, verteilt auf acht Kilometer Wegstrecke. „Das ist das Pensum, das man absolviert, wenn man eine volle Runde geht”, sagt Wolfgang Dehlen, beim GC zuständig für die Kommunikation.

827 Mitglieder könnten die volle Runde gehen, darunter 90 Jugendliche. Darauf sind sie stolz in Gürzenich, darauf wollen sie bauen. Weiter aufbauen. Denn das Durchschnittsalter, das bei gut 50 liegt, macht dem Vorstand ein bisschen Sorgen. Die Jugend drück den Schnitt angenehm nach unten und auch sonst versucht der GC, den Nachwuchs zu fördern. Unter anderem mit besonderen Angeboten, eine Mitgliedschaft gibt es für rund 300 Euro im Jahr, die Aufnahmegebühr liegt zwischen etwa 300 und 500 Euro.

Golf haftet immer noch der Ruf an, elitär zu sein, sagt der GC-Präsident, aber das sei nicht so. Der Dürener Verein sei offen, habe die ganze Familie im Blick, bietet Schnupperkurse und einen „Tag der offenen Tür”.

„Das Geld, das wir über die Mitgliedschaften einnehmen, brauchen wir auch”. Der GC setze im Jahr rund eine Million Euro um. Allein die Pflege der 90-Hektar-Anlage kostet 400.000 Euro im Jahr.

Der Rasen will akkurat geschnitten sein, nur so als Beispiel. Ein besonderer Rasen, weich, kurz und satt-grün. Man versinkt ein wenig. Auf diesem Rasen könnte man auch Tennis spielen, der Boden ist eben, kein Ball würde verspringen. Man denkt an Wimbledon.

Apropos Rasen. Der GC Düren besitzt eine Handvoll Rasenmäher, für zirka 70.000 Euro das Stück. Noch so ein Kostenpunkt.

Auch deshalb zahlen Erwachsene Voll-Mitglieder 1265 Euro pro Jahr, eine Aufnahmegebühr von 1500 Euro und eine einmalige Investitionsumlage von 5110 Euro. Die letzten beiden Posten werden auf die Jahresgebühr angerechnet, wenn man ordentliches Mitglied wird. Dazu gibt es verschiedene andere Formen der Mitgliedschaft.

Und verschiedene Mannschaften. Sieben an der Zahl, sagt Hella Schönfelder. Sie ist Spielführerin und organisiert den Spielbetrieb. Von April bis Oktober ist auf der Anlage immer etwas los, bald wieder, am 16. Mai (Sonntag, (11.30 bis 17.30 Uhr)) gibt es einen Golf-Erlebnistag. Das Motto: Vorbeikommen, ausprobieren, Spaß haben.

So wie in der Kollegenrunde neulich. Der dritte Versuch klappte dann richtig gut. Greifen, schwingen, schlagen, der Ball flog gefühlte 200 Meter mit idealer Kurve. Bernhard Langer wäre blass geworden.

Ja, das ist jetzt Golfer-Latein, natürlich.
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