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Beikircher in Düren gefeiert

Von: elfa
Letzte Aktualisierung:
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Eine Stelle als „Zyschologe” in Düren lehnte er ab, aber als Kabarettist kommt Konrad Beikircher immer gerne an die Rur. Im Haus der Stadt begeisterte er mit einem weiteren Teil seiner „rheinischen Trilogie”. Foto: Elmar Farber

Düren. Konrad Beikircher, gebürtiger Südtiroler und seit seiner Studienzeit Wahl-Bonner, schlug jetzt in Düren mit seinem neuen Programm „Am schönsten isset, wenn et schön is!” ein neues Kapitel der „quasi unendlichen Geschichte aus dem rheinischen Universum” auf.

1981 begann der Kabarettist mit seiner „rheinischen Trilogie”. Mittlerweile hat sie zehn Teile.

Ursprünglich hatte Beikircher nur einen Dreiteiler mit den Themen Sprache, Mentalität und Glauben des Rheinländers geplant, doch daraus wurde nichts: „Du setzt kaum einen Fuß vor die Tür und schon hast du wieder eine neue Geschichte am Hals.”

Die rheinische Lebenskultur hat einfach viel zu viel zu bieten. Man denke nur an das kölsche Heimatgefühl und Reiseverhalten. „Der Kölner verreist nicht, damit er weg ist”, sagt Beikircher, „er tut sich die Strapazen des Reisens nur an, um wieder zurück zu kommen.”

Oder die Geschichte über das rheinische Beamtenleben aus Beikirchers Zeit als „Zyschologe” an der JVA Siegburg. Rudi, ein ehemaliger Arbeitskollege, hatte einen Tag Sonderurlaub wegen der Hochzeit seiner Tochter beantragt und war erst nach fünf Tagen unentschuldigt wieder zum Dienst erschienen.

Ein klares Dienstvergehen des Beamten - ein Disziplinarverfahren mit weit reichenden Konsequenzen drohte. Während der offiziellen Anhörung hatte Rudi die Gelegenheit, sein Fehlen zu rechtfertigen.

Wie es sich für einen rheinischen Beamten gehört, antwortete er wahrheitsgemäß und ausführlich mit „Et wor schön.” Damit war das drohende Disziplinarverfahren vom Tisch, alle Anwesenden zufrieden gestellt. Die verständnisvolle Begründung: „Jo, wenn et schön wor!”

Mühelos springt Beikircher in seinem zweieinhalbstündigen Programm zwischen den Jahrtausend hin und her. Immer wieder nimmt er dabei Bezug auf eines seiner Lieblingsthemen: die Varusschlacht, bei der drei römische Legionen im Jahre 9 nach Christus eine verheerende Niederlage gegen das germanische Heer des Cherusker-Fürsten Hermann erlitten hatten.

„700 Orte kloppen sich um den Ruf, Ausgrabungsstätte der Schlacht gewesen zu sein.” Man müsse sich die Fundstücke im „offiziellen” Ausgrabungsort Bramsche-Kalkriese im Osnabrücker Land mal etwas genauer angucken, denn unter den gefundenen Römerhelmen sei klar und deutlich „Kostümverleih Schmitz” zu lesen, so Beikircher.

Gewohnt charmant

Seine kabarettistische Völkerkunde-Vorlesung präsentierte Beikircher gewohnt charmant und pointenreich. Bei seinen Auftritten hat man immer wieder das Gefühl, dass er selber eine Menge Spaß auf der Bühne hat und nicht nur ein Programm abspielt, das er schon in zig anderen Städten zum Besten gegeben hat. Das Publikum dankte es ihm mit tosendem Applaus.

Äußerst sympathisch machte Beikircher auch, dass er die Besucher im Haus der Stadt vor der Pause nicht - wie bei vielen seiner Kollegen üblich - auf die eigene CD oder DVD hinwies. Viel wichtiger war es ihm, um Spenden für ein soziales Projekt im westafrikanischen Guinea-Bissau zu bitten.

Hier unterstützen Konrad Beikircher, Wolfgang Niedecken (BAP) und andere den Aufbau eines pädagogischen Zentrums für mehrere hundert Schüler. Momentan wird für die Errichtung einer Krankenstation gesammelt. Weitere Informationen dazu unter http://www.eineschulefuerbissau.de
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