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Begrenzter Platz für Windräder im Kreis Düren

Von: oha
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Große Windräder sind vielen
Große Windräder sind vielen Menschen ein Dorn im Auge. Die Städte und Gemeinden im Südkreis machen sich die Standortsuche nicht. Geeignete Flächen sind rar. Foto: Ingo Latotzki

Kreis Düren. Die Energiewende in Deutschland ist eingeleitet. Die Kernkraftwerke sollen nach und nach abgeschaltet werden. Stattdessen soll die Energie aus Sonne, Wind und Wasser stärker genutzt werden. Doch die Flächen für neue, moderne Windparks werden im Kreis Düren immer rarer.

In Düren stehen nach Auskunft der Stadtverwaltung derzeit vier Windräder bei Arnoldsweiler und fünf bei Distelrath (eines ist allerdings defekt). Geplant sind sechs weitere Anlagen in der Feldflur hinter Echtz. Möglich wären weitere Anlagen südwestlich von Distelrath, allerdings gibt es dafür bislang keine interessierten Investoren.

In Niederzier wurden mögliche neue Standorte jetzt im Gemeinderat diskutiert. Die große Auswahl hat die Gemeinde nicht mehr. Eine Fläche zwischen Huchem-Stammeln und Berg ist von allen Fraktionen unerwünscht. In der Altgemarkung Lich-Steinstraß wurden bereits Anlagen errichtet, ein einziger zusätzlicher Mast wäre noch möglich. Eine ins Auge gefasste Fläche nahe der Umspannanlage wäre zu nahe an der Bebauung. Auf der Sophienhöhe bläst zwar fast durchgängig der Wind, doch die Windräder sind dort schon aus optischen Gründen nicht erwünscht. Bleibt ein Areal östlich des Kohlenbunkers bei Ellen. Hier könnten, je nach Höhe, vier bis sechs Windräder aufgestellt werden - mindestens 800 Meter von den Häusern entfernt. Hier sind allerdings Probleme mit dem Naturschutz befürchten, hier leben Fledermäuse.

In Nörvenich ist die Nachfrage von Grundstückseigentümern nach der Errichtung von Windrädern groß. Doch der nahe Fliegerhorst schränkt die Auswahl möglicher Flächen ein. Nun will die Gemeinde Konzentrationszonen für den Bau der Anlagen ausweisen. Diese Aufgabe hat man der kreiseigenen Gesellschaft Rur Energie übertragen. Nach dem Geschäftsführerwechsel dort sei das Ganze etwas ins Stocken geraten, teilt Bürgermeister Hans Jürgen Schüller auf Anfrage mit. Im Herbst werde jedoch die Entscheidung fallen, wo noch Windräder aufgestellt werden können.

In Langerwehe werden Windkraftanlagen bereits auf der Halde Nierchen betrieben. Drei weitere sollen im „Echtzer Feld” hinzu kommen. Gleich neben dem Areal, auf dem die Stadt Düren ihre Windräder bauen will. „Wir haben ein Unternehmen beauftragt, weitere Standorte in der Gemeinde zu prüfen”, so Bürgermeister Heinrich Göbbels. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

In Hürtgenwald hatte der Rat unlängst den Weg zur Errichtung weiterer Windkraftanlagen in Raffelsbrand, am Rennweg und östlich der L 11 zwischen Kleinhau und Brandenberg frei gemacht.

Einen neuen Stand der Dinge gibt es in Kreuzau. Bislang stehen zwei Windräder in Stockheim, eine weitere Konzentrationszone für drei Räder bei Thum war seinerzeit vom Rat abgelehnt worden, obwohl die Gemeinde hier Eigentümer der Grundstücke gewesen wäre. Jetzt wurde allerdings eine neue Analyse in Sachen Windkraft für Kreuzau erstellt. Das Ergebnis: Es gibt sieben Flächen verschiedener Größe, auf den Windräder aufgestellt werden könnten.

Realistisch sind nach Auskunft von Baudezernent Siegfried Schmühl allerdings nur drei: So könnte der Windpark in Stockheim um sieben bis acht Räder erweitert werden. Jedoch dürften die Räder hier nur maximal 130 Meter hoch werden - wegen der Einflugschneise zum Fliegerhorst Nörvenich. Wesentlich höher (bis zu 190 Meter) könnte man sieben bis acht Windräder in der Nähe von Thum bauen. Die dritte Zone für drei weitere Räder läge bei Ginnick, an der Grenze zu Vettweiß.

Investoren für den Bau der neuen Windräder zu finden, sei kein Problem, so Schmühl. Allerdings wolle die Gemeinde finanziell von den Projekten profitieren. Etwa indem sie sich das Wegerecht, die Planung oder die Aufstellung des „vorhabenbezogenen” Bebauungsplanes bezahlen lasse. Dass für Grundstückeigentümer rund um die Windkraft durchaus Geld zu verdienen sei, sei ja inzwischen bekannt, so Schmühl: „Die Pacht für eine Drei-Megawatt-Anlage kann bis zu 50 000 Euro im Jahr betragen.”

Die neuen Pläne zum Thema Windkraft sollen bei einer Bürgerinformationsveranstaltung am 19. September in der Kreuzauer Festhalle vorgestellt werden.
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