Düren - Baulärm signalisiert: Hier tut sich endlich was

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Baulärm signalisiert: Hier tut sich endlich was

Von: Margret Vallot
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Schwere Bagger bewegen die Erd
Schwere Bagger bewegen die Erde und bauen neue, breite Wege. Foto: Margret Vallot

Düren. Der Baulärm ist ohrenbetäubend, doch er ist Musik in den Ohren von Willem Caenen und seiner Frau. Die beidem leben in der Wohnanlage in der Rütger-von-Scheven-Straße in Düren und freuen sich. „Endlich wird etwas getan”, sagt Caenen.

Er gehört zum Leitungsteam der „Mietergemeinschaft an der Rur”. Diese Gemeinschaft hat lange gekämpft, weil die meisten der 273 Wohneinheiten in der Straße in Jahren und Jahrzehnten nie richtig saniert wurden und am Ende total heruntergekommen waren.

Als immer mehr Familien sich andernorts Wohnungen suchten, als schließlich etwa die Hälfte aller Wohnungen leer stand, wandte sich die Mietergemeinschaft an die „DN”, ans Fernsehen und an die Stadtverwaltung. „Von allen Seiten wurden wir unterstützt”, freut sich Willem Caenen noch heute. Und: „Es hat etwas genützt.” Im nahen Ritastift habe man beispielsweise zu 70 Personen bis 22 Uhr Versammlungen abhalten dürfen, die Sparkasse habe einen Zuschuss für Telefon und Flugblätter gegeben, und die Evangelische Gemeinde habe immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Vor etwa zwei Jahren hat die Deutsche Invest Immobilien GmbH (Wiesbaden) die Anlage gekauft und jetzt zumindest die Heizungen instand gesetzt. Zuvor gab es noch etliche Wohnungen ohne Heizung. Die wurden mit Heizstrahlern beheizt, es bildete sich Schimmel, es zog aus Türen und Fenstern. Das sind nur einige Mängel, die Caenen nennt, während seine Rede dauernd vom Baulärm unterbrochen wird. Seit Sommer vorigen Jahres übrigens. Aber wie erwähnt: Er und seine Mieterkollegen haben genau dafür gekämpft.

Zwischen 45 und 81 Quadratmeter groß sind die Wohnungen, die jetzt, glaubt man den Ankündigungen der Eigentümer GmbH, tatsächlich Wärmeschutz, neue Dächer, neue Haustüren und zum Teil sogar neue Balkone bekommen werden. Auch die Außenanlage wird neu und modern gestaltet, schwere Bagger bewegen derzeit das Erdreich.

Nicht wenige Mieter leben von Sozialhilfe oder Hartz IV, sie fürchten derzeit nur eines: Werden sie die Wohnungen noch bezahlen können? Wird die Wohngegend in der Nähe vom Annakirmesplatz, zwischen Rurtalbahn und vielbefahrener Straße, in Nähe des Unternehmens Kanzan plötzlich als „gute Wohnlage” eingestuft? „Die Hauptsache ist, dass es bezahlbar bleibt”, sagt Caenen ein ums andere Mal.

4,25 Euro pro Quadratmetern ist manchem Mieter schon deshalb zu viel, weil die Hilfe gedeckelt ist. Wer in einer teuren Wohnung lebt, muss eben umziehen, sagt der Gesetzgeber. Das wollen die Mieter nicht. Die Anlage wurde 1950 gebaut, 1952 wurde sie bezugsfertig. Vor zwölf Jahren stellten sich die ersten Mieter die Frage: ausziehen oder kämpfen? Ein Eigentümer war schon damals in Hamburg kaum zu erreichen, wurde mit dem Team der Sendung „Markt” in Kopenhagen aufgetrieben.

Das ist alles Geschichte. „Hier geht richtig die Post ab”, sagt Caenen. Und es soll sogar ein neuer Spielplatz und ein Bolzplatz für Kinder geplant sein.
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