Bubenheim - Bahnübergang wird im Dunkeln zur Falle

Bahnübergang wird im Dunkeln zur Falle

Von: Margret Vallot
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Nachts kreuzen Güterzüge die Straße. Zwei Autofahrerinnen krachten hier bereits gegen Waggons. Foto: Sandra Kinkel

Bubenheim. Zwei fast identische Unfälle haben sich an einem Bahnübergang bei Bubenheim in den letzten zwei Jahren ereignet.

Beide Unfälle lassen Rechtsanwalt Gunther Lorbach vermuten, „dass dort demnächst womöglich Schlimmeres passiert”, wenn der Übergang nicht besser gesichert wird.

Lorbach vertritt die beiden verunfallten Damen, die Schadensersatz von der Rurtalbahn verlangen, vor Gericht. Die Eine kollidierte im Herbst 2007 mit einem Güterzug und wurde im Auto 100 Meter mitgeschleift. Die zweite Dame traf es im November 2009, sie wurde zum Glück nicht verletzt, es entstand lediglich Sachschaden.

Beide Unfälle ereigneten sich in der Dunkelheit. Und: Beide Autofahrerinnen meinten wohl, die Bahnstrecke sei gänzlich außer Betrieb. Dieser Irrtum ist in der Region weit verbreitet, die Bahnstrecke Düren-Zülpich (Bördebahn) gilt allgemein als stillgelegt.

Dabei ist die Bördebahn durchaus nicht außer Betrieb, es gibt lediglich keinen geregelten Personenverkehr mehr. Güterzüge - schlecht beleuchtet und bis zu 480 Meter lang - frequentieren die Strecke in den Abendstunden und nachts immer noch „mindestens drei Mal die Woche”.

Es sei „nur eine Frage der Zeit”, davon ist Lorbach überzeugt, wann es hier oder an den übrigen Bahnübergängen der Bördebahn wieder zu einem folgenschweren Unfall kommen wird. Die Sicherung des Bahnübergangs hält der Jurist für völlig unzureichend.

Die Sicherung geht folgendermaßen vor sich: Jeweils zwei Personen begleiten den Zug der Rurtalbahn. Vor einem Bahnübergang hält der Zug jedes Mal an, die beiden Sicherungspersonen steigen aus, und halten eventuell vorhandenen Verkehr an, bis die Lok die Mitte der Fahrbahn erreicht hat. Sie steigen danach sofort wieder in die Lok ein, die sich dann ohne Sicherung langsam weiterbewegt.

Bei Helligkeit mag dieses Verfahren noch funktionieren, bei Dunkelheit sieht das an dem abgelegenen und dunklen Bahnübergang von Bubenheim anders aus. Deshalb müsse zumindest in eine Blinklicht-Anlage investiert werden, fordert der Jurist.

Die Rurtalbahn hat sich bisher nur im ersten Fall bereit erklärt, ein Viertel der geforderten Schadensersatz-Summe zu zahlen. Der Fall wurde in Aachen vor dem Landgericht verhandelt. Im zweiten Fall hofft Lorbach auf eine außergerichtliche Einigung.

Eine Anfrage der „DN” bei der Polizei ergab, dass weitere Unfälle an diesem und an anderen unbeschrankten Bahnübergängen im Kreis Düren dort nicht bekannt sind. Die Gemeinde Nörvenich, auf deren Gebiet sich der Übergang befindet, hält sich für nicht zuständig, da es sich um eine Landstraße (L327) handelt.

Beim Landesbetrieb Straßenbau in Aachen erklärt der zuständige Sachbearbeiter für Betrieb und Verkehr, Karl-Josef Reinartz, mit dem Vorgang sei die Polizei oder sonst jemand an seine Behörde noch nicht herangetreten.

Vom Geschäftsführer der Rurtalbahn war am Donnerstag keine Stellungnahme zu erhalten. Die Rurtalbahn will sich, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt, erst nach Ende des Rechtsstreits äußern. Das wurde den „DN” bereits kurz nach dem Unfall mitgeteilt.
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