Bahnstrecke Aachen/Köln: Neuer Ansatz für drittes Gleis

Von: bugi
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Die FDP-Fraktion im Kreis, Lan
Die FDP-Fraktion im Kreis, Landrat Wolfgang Spelthahn (r.) sowie Staatssekretär Jan Mücke (3.v.l.) plädieren für einen zügigen Ausbau des Schienennetzes zwischen Aachen und Düren. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Einen neuen Ansatz, wie das dringend benötigte dritte Gleis auf der Bahnstrecke Aachen/Köln möglicherweise früher als geplant finanziert werden kann, hat Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, jetzt auf Einladung der FDP-Fraktion im Kreistag aufgezeigt.

Mücke plädiert für eine Trennung des Internationalen Güter- und Hochgeschwindigkeitsverkehrs vom Regionalverkehr. Soll heißen: Gleis 1 und 2 würden für Güter und Schnellzüge reserviert, das neue Gleis 3 als reines Regionalverkehrsgleis betrachtet.

Der Vorteil aus seiner Sicht: Es gibt Fördergelder zum Ausbau des Regionalverkehrs, die angezapft werden könnten. So würde der Bund das Land schon jetzt mit mehr als sieben Milliarden Euro jährlich unterstützen - Tendenz leicht steigend. Der Nachteil: Der Bund hätte die Finanzierung auf das Land abgewälzt, weil das Land ja für die zusätzliche Maßnahme nicht mehr Gelder erhalten würde. Mücke: „Aus welchen Topf das Geld stammt, ist nicht so relevant. Wichtig ist, dass es den Bedarf gibt.”

Landrat Wolfgang Spelthahn nahm den Hinweis auf die so genannten „Regionalisierungsmittel” erfreut zur Kenntnis. Für ihn ist entscheidend, dass die Strecke Aachen/Köln von „europäischer Dimension” sei, dank Thalys und der geplanten Verbindung London - Köln. Mit dem Zugriff auf Regionalisierungsmittel tat sich Spelthahn erkennbar schwer: „Wir wollen nicht mit einer S-Bahn-Trasse in Köln konkurrieren”, sagte er, zumal es „natürlich ein Unterschied” sei, „aus welcher Kasse bezahlt wird”.

An dem grunsätzlichen Ziel ändert das nichts. Spelthahn: „Wir müssen dafür werben, dass wir mit hoher Priorität in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen werden. Für eine zügige Umsetzung des Ausweichgleises bei Langerwehe machte sich die FDP-Bundestagsabgeordnete Petra Müller stark.

Zu anderen Infrastrukturprojekten konnte Mücke wenig Neues verkünden. So warte der Bund bei der B 56n weiter auf die Gerichtsentscheidung über die Klage gegen das Projekt. Auch hier zog der Landrat eigene Schlüsse: „Man wird noch mal mit dem Kläger sprechen müssen”, sagte er und überlegt auch, Bund und Land an einen Tisch zu holen. Immerhin sieht das Gericht keine Eilbedürftigkeit, eben weil noch keine Gelder für den Bau der Straße bereit gestellt wurden, während der Bund argumentiert, er könne keine Gelder bereit stellen, weil das Planungsrecht noch nicht vorliegt.

Lob gab es von Mücke zum geplanten Containerterminal, weil er den Eindruck habe, dass frühzeitig die Bürger eingebunden würden. Spelthahn versprach eine Studie, die die Belastungen des Projektes aufzeigen sollen. „Aber ein In-frastrukturprojekt ohne Lärm, Verkehr und Flächenverbrauch kann ich mir nicht vorstellen. Arbeitsplätze zum Nulltarif gibt es nicht”, so Spelthahn.
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