alemannia logo frei Teaser Freisteller

Bahnhofsmission kurz vor Neueröffnung ausgebrannt

Von: Mischa Wyboris
Letzte Aktualisierung:
bahnhofsmission-bu
Abgebrannte Bleibe an Gleis 1: Bahnhofsmissionsleiterin Elisabeth Gottschalk und In-Via-Geschäftsführer Norbert Schoeller begutachten den Feuerschaden. Foto: Mischa Wyboris

Düren. Der Bahnhof ist ein Brennpunkt - das ist für Elisabeth Gottschalk nichts Neues. Die Leiterin der Bahnhofsmission weiß nur zu gut, welche Probleme in der Nähe der Gleise schwelen. Doch jetzt ist es ausgerechnet die Hilfsorganisation selbst, die dringend Unterstützung braucht.

Vor genau einer Woche hat ein verheerendes Feuer die frisch renovierte Bleibe der Bahnhofsmission an Gleis 1 in eine triste Rußszenerie verwandelt - 14 Tage vor der geplanten Neueröffnung.

„Wir sind abgebrannt”, konstatiert Norbert Schoeller, Geschäftsführer des Trägervereins In Via, mit einer bitteren Portion Galgenhumor. Drei Jahre lang habe man geplant und gewerkelt, mit Hilfe von 4000 Euro Eigenmitteln und zusammen mit Obdachlosen neue Möbel gebaut, neue Türen und Fenster eingesetzt, ein neues Ambiente geschaffen; in wenigen Tagen hätte die Einweihungsfeier der jetzt im Wortsinn „brand”-neuen Bleibe stattgefunden.

Doch am vorletzten Sonntagabend bemerkt ein Bahnfahrgast gegen 21 Uhr, dass etwas nicht stimmt, und alarmiert die Feuerwehr. Als die den Brand gelöscht hat, bleibt in dem rund 20 Quadratmeter großen Raum nichts zurück als eine geschmolzene Computertastatur, verbrannte Pflanzen, verrußte Bücher und zerstörte Stühle.

Die Kriminalpolizei ermittelt später einen technischen Defekt in den alten Leitungen als Brandursache.

Notdienst am Bahnsteig

„Gerade jetzt in der kälteren Jahreszeit suchen die Leute vermehrt Schutz”, erklärt Schoeller, dass derzeit einer der zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter eine Art Notdienst am Bahnsteig leistet. Doch faktisch steht die Bahnhofsmission auf dem Abstellgleis. „Im Wesentlichen können wir nur noch die Umsteigehilfen sicherstellen”, sagt Bahnhofsmissionsleiterin Gottschalk.

Jetzt ist die Hilfsorganisation auf der Suche nach einem neuen Raum in Bahnhofsnähe. „Wir haben mehrere Gespräche geführt, aber die Bahn ist leider nicht in der Lage, uns eine Ausweichmöglichkeit anzubieten”, resümiert Gottschalk, während Schoeller den mehrere tausend Euro teuren Schaden noch einmal begutachtet. „Hier sind sehr viele Spenden verbrannt”, stellt der In-Via-Leiter mit Entsetzen fest. Der Galgenhumor ist gewichen. Irgendwie muss es weitergehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert