Düren - „Baggerballet“: Die nächste Brücke ist bereits in Arbeit

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„Baggerballet“: Die nächste Brücke ist bereits in Arbeit

Von: Dietmar Engels
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Komplett verschwunden ist die alte Schoellerbrücke. In den letzten Tagen wurde die Gleise der Bahnstrecke nach Köln freigeräumt und neu eingschottert. Der Straßenverkehr kann weiter über die Behelfsbrücke fließen. Foto: Dietmar Engels
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Techniker der Deutschen Bahn zogen am Montag die Oberleitungen für die Stromversorgung der Loks wieder ein. Foto: Dietmar Engels
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Die Spundwände für die zweite neue Brücke liegen bereit. Sie werden mit einer speziellen Maschine in den Boden gerammt. Foto: Dietmar Engels
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Projektleiter Ernst Gombert stellte den am Brückenabriss beteiligten Kräften am Montag ein großes Lob aus. Foto: Dietmar Engels

Düren. Wenn in der Nacht nicht noch etwas völlig Unerwartetes passiert, dann ist die Bahnstrecke von Düren nach Köln am Dienstag wieder frei. Der Abriss der Schoellerbrücke ist wie geplant über die Bühne gegangen. Das Bauwerk ist komplett verschwunden. Nur ein großer Schrottberg nahe bei der Baustelle ist übrig geblieben.

Montag wurden die letzten Aufräumarbeiten im Bereich der Schienen vorgenommen. Die Gleise wurden vom Baustellendreck befreit und neu eingeschottert. Auch wurden die Oberleitungen für die Stromversorgung der Loks wieder eingezogen. Probleme gab es dabei bis zum Redaktionsschluss ebenfalls nicht.

Die Arbeiten für die neue Brücke über die Bahnstrecke können fortgeführt werden, ohne dass der Zugverkehr beeinträchtigt wird. Es ist aber natürlich noch lange hin bis zum „Schlussakt“, wenn die vormontierte neue Brücke in luftiger Höhe Zentimeter für Zentimeter über die Gleise geschoben und mit der sie tragenden Konstruktionen verbunden wird. Ende März nächsten Jahres soll es so weit sein. Dann wird die zweispurige Behelfsbrücke wieder demontiert und anderswo eingesetzt werden.

Zuletzt wurden die Widerlager der alten Brücke abgerissen. Dabei kam wieder das „Baggerballett“ zum Einsatz. Es hatte etwa 1200 Kubikmeter Stahlbeton „wegzuknabbern“. Viele Schaulustige verfolgten die Arbeiten aus sicherer Entfernung. Für die Anwohner in der näheren Umgebung waren die Abrissarbeiten mit erheblichen Lärmbelästigungen verbunden. Auch wurde vielfach die massive Staubentwicklung beklagt.

Projektleiter Ernst Gombert zeigte sich am Sonntag sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Bauprojekts: „Wir sind voll im Zeitplan geblieben und alles ist reibungslos abgelaufen. Alle Mitglieder des Abrissteams haben ihren Job großartig gemacht.“

Unterdessen haben auch bereits die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau einer weiteren Brücke unweit der jetzigen Baustelle begonnen. Über sie soll später die neue Bundesstraße 56 geführt werden. In den nächsten Tagen werden zunächst die ersten Spundwände ins Erdreich gerammt beziehungsweise gerüttelt – mit einer speziellen Maschine aus Linnich, die bundesweit bei solchen Projekten zum Einsatz kommt. Nach diesem Bauabschnitt können die Widerlager gebaut werden. Auch diese zweite Brücke, die etwa 100 Meter von der neuen Schoellerbrücke errichtet wird, quert die Bahnstrecke zwischen Düren und Köln. Ihretwegen muss aber nach der bisherigen Planung der Zugverkehr nicht noch einmal längere Zeit unterbrochen werden.

Diplom-Ingenieur Ernst Gombert erläutert: „Die Neubauarbeiten beeinträchtigen den Zugverkehr nicht. Allenfalls kann am Schluss könnte es kurzfristige Unterbrechungen geben, wenn die beiden vorbereiteten Brückenteile, die im Stahlverbundbau hergestellt werden, eingehoben werden.“ Dabei, so der Projektleiter weiter, würden zwei Kräne eingesetzt, die jeweils 500 Tonnen heben können. Möglicherweise könne das nachts erfolgen, wenn so gut wie keine Züge auf der Strecke verkehren.

Gombert, der übrigens auch den aufwändigen Umbau des Aachener Autobahnkreuzes leitet, schätzt, dass die Aufträge für die zweite Brücke am Jahresende vergeben werden können. Danach sei mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr zu rechnen. Alleine für dieses Teilprojekt des Neubaus der Ortsumgehung im Verlauf der Bundesstraße 56 sind rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt.

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