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B 56n „vorrangig” eingestuft

Von: oha
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Eberhard Hess (rechts) machte
Eberhard Hess (rechts) machte dem Minister klar, wie dringend Düren die B 56n Foto: Hansen

Düren. Im Rahmen seiner Besuchstour bei mittelständischen Unternehmen in NRW machte Bau- und Verkehrsminister Harry Voigtsberger am Mittwoch bei Krafft Walzen in Düren Station. Schnell kam das Thema dabei auf die Umgehungsstraße B 56n, auf die die Stadt schon mehr als 40 Jahre wartet.

Voigtsberger machte seinen Gastgebern Hoffnung, dass das Projekt seiner Realisierung im kommenden Halbjahr womöglich ein gutes Stück näher rücke.

Die Unternehmer Eberhard und Michael Hess hatten ihrem Gast aus Düsseldorf zuvor geschildert, wie die Stadt unter Lärm und Abgasen von 40.000 Fahrzeugen am Tag leidet. Eberhard Hess sprach von Krebskranken, die an der Trasse quer durch Düren wohnen. Hess bedauerte, dass der Einspruch eines einzelnen Bürgers vor Gericht bislang den Bau der Umgehungsstraße verhindere: „Hat eine einzelne Person so viel Recht, dass Tausende andere Menschen in Düren darunter leiden müssen?”

Der Minister erinnerte daran, dass der Planfeststellungsbeschluss für die sieben Kilometer lange und rund 30 Euro teure B 56n bereits seit mehr als einem Jahr vorliege. Voigtsberger: „Wir haben aber noch kein bestandskräftiges Baurecht wegen der Klage des Anwohners.” Nach Einschätzung des Ministers müsste der Einspruch vor Gericht jedoch spätestens in einem halben Jahr entschieden sein. Sollte der Bürger Recht bekommen, müsse eben eine neue Planung erstellt werden, die die Einwände gegen das Projekt berücksichtige. Sollte der Bürger unterliegen, könnte eigentlich zügig mit dem Bau begonnen werden - vorausgesetzt das Geld dazu ist da.

Da es sich um eine Bundesstraße handelt, muss der Bund zahlen. Das Land übernimmt lediglich die Ausführung der Arbeiten. Voigtsberger: „Wir werden schon vor dem Gerichtsentscheid entsprechende Verhandlungen mit dem Bund über die Finanzierung führen. Das Projekt ist von unserer Seite als vorrangig eingestuft!” Allerdings gebe es Anträge für neue Fernstraßen in einem Volumen von 4,3 Milliarden Euro. Bereit gestellt werden könnten im kommenden Jahr lediglich 132 Millionen Euro.

Der Minister bedauerte, dass mögliche Einwände gegen den Straßenbau nicht bereits zu Beginn der Planungen in den zurück liegenden Jahren ausgeräumt wurden. „Da muss sich bei der Planung von Großprojekten einiges ändern. Wenn in einem dialogischen Verfahren von Beginn an alle Bürger beteiligt werden, gibt es später auch keine Klagen mehr.”

Thema war auch der Abriss der Brücke der B 56 über die Bahngleise. Der Abbruch soll 2014 erfolgen. Der Bau der neuen Brücke wird zweieinhalb Jahre dauern und 6,5 Millionen Euro kosten.

„Gnade uns Gott”, fürchtet Eberhard Hess schon jetzt das Verkehrschaos am Eingang der Stadt Düren. Voigtsberger listete auf: „Bundesweit sind 39.000 Brücken baufällig, die Hälfte allein in NRW. Der Neubau wird sieben Milliarden Euro kosten. Eberhard Hess kündigte zum Abschied seinem Gast heftigen Protest an, wenn es nicht bald zum Bau der B 56n komme: „Wir werden auf alle Fälle Lärm machen.”
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