Autobahn 4 muss dem Braunkohletagbau weichen

Von: Ottmar Hansen
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Die Verlegung der Autobahn 4 samt sechsspurigem Ausbau schreitet voran. Grafik: ZVA

Düren. Die Verlegung der Autobahn 4 samt sechsspurigem Ausbau schreitet voran. Erste Brückenbauwerke stehen bereits, weitere werden bis Ende des Jahres fertig gestellt sein. Projektleiter Werner Engels ist zuversichtlich, dass der neue Autobahnabschnitt zwischen den Anschlussstellen Düren und Kerpen bis zum Jahr 2014 befahrbar sein wird.

Wie mehrfach berichtet, muss das Teilstück der A4 zwischen Niederzier-Ellen und Geilrath dem Tagebau weichen. Eine Verschwenkung der Autobahn Richtung Süden wird erforderlich. Die A4 wird künftig gleich neben der Bahnstrecke Düren-Köln verlaufen. Parallel dazu wird auch das Gleis der Hambachbahn gelegt.

Unmittelbar hinter der Brücke der Kreisstraße 2 zwischen Arnoldsweiler und Ellen wird die Autobahn ihre heutige Trasse verlassen und im großen Bogen Richtung Merzenich auf der neuen Streckenführung münden. Bei Merzenich wird eine neue Autobahnauf- und abfahrt von der L 264 entstehen. Ein weiterer Anschluss wird Richtung Köln bei Elsdorf gebaut.

Das gesamte neue Teilstück der Autobahn wird 13,2 Kilometer lang sein ( plus jeweils 2,2 Kilometer vorher und hinterher) und auf sechs Spuren ausgebaut. Die Kosten belaufen sich auf 152 Millionen Euro. Zeit und Geld verschlingen die erforderlichen Brücken entlang der Strecke. Sie werden zuerst errichtet, bevor mit dem Bau der eigentlichen Autobahnfahrbahn begonnen wird. „Die Anschlussbrücke an der L 264 ist spätestens im Oktober fertig”, berichtet Engels.

Die L 264 wird zwei neue Kreisverkehre erhalten - einen Richtung Ellen, einen Richtung Merzenich. Sie sollen Ende des Jahres befahrbar sein. Eine weitere Brücke in der Merzenicher Heide wird ebenfalls Ende des Jahres stehen. Eine „Grünbrücke” ist ebenfalls geplant, auf dem rund 35 Meter breiten Übergang sollen Tiere die Autobahn queren können. Und wenn man schon einmal dabei ist: Im Gewerbegebiet Im großen Tal bei Düren wird noch eine Brücke für die Rurtalbahn gebaut.

Die heutigen Rastplätze an der A4 werden wegfallen. Die Trasse mit Autobahn, Schienen der Deutschen Bahn und der Hambachbahn entlang des Tagebaurandes sei zu schmal, um dort noch einen Parkplatz einzuplanen, bedauert Engels. „Die Suche nach Ersatz ist noch nicht abgeschlossen. Eventuell werden wir den Rastplatz Rurscholle ausbauen.”

Besonders betroffen von der Baumaßnahme sind die Ortschaften Ellen, Merzenich und Buir. Hier fürchtet man bekanntlich um zunehmende Belastung durch Lärm und Staub. Dem versucht der Landesbetrieb Straßenbau NRW durch Tieflage der Autobahn, Wälle oder Lärmschutzwände zu begegnen.

So soll im Bereich Ellen auf einem Kilometer Länge eine bis zu 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden. „Die Situation wird für Ellen günstiger als jetzt”, verspricht Engels. Und dies, obwohl die Autobahn hier auf einer Rampe verlegt werden muss. Engels: „Ein wichtiger Grund ist: Das Grundwasser steht bei Ellen sehr hoch. Deshalb müssen wir die Autobahn höher legen.” Im Bereich Arnoldsweiler soll ein 6,50 Meter hoher Lärmschutzwall auf 1,2 Kilometer Länge aufgeschüttet werden. Hinzu komme ein kleines Stück Lärmschutzwand, so Engels.

Bei Buir verschwinden Autobahn und Bahnstrecke ebenfalls hinter einem Wall oder einer Wand. Die Bauarbeiten werden hier im Herbst beginnen. Außerdem läuft die Trasse hier bis zu 12 Meter tief in der Erde. Der „Flüsterasphalt” soll weitere Geräusche schlucken. Einige Hausbesitzer hätten zudem Anspruch auf passiven Lärmschutz wie etwa lärmmindernde Fenster, sagt Engels.

Gibt es weitere Herausforderungen für die Planer? „Da die Hambachbahn Richtung Kerpen ein Naturschutzgebiet berühren würde, muss sie an einer Stelle abbgeleitet und unter der Autobahn hindurch geführt werden”, erläutert Engels. „Dazu müssen wir immerhin einen 270 Meter langen Tunnel anlegen.”
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