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Ausweichende Antworten zum Thema Pumpspeicherkraftwerk

Von: Margret Vallot
Letzte Aktualisierung:
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Informierten ausführlich: Matthias Hartung, Vorstandsvorsitzender von RWE Power, und NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (v.l.).

Vettweiß. Der Saal war voll, das Interesse am Thema „Energiewende“ ist offenbar groß. Zumindest die ältere Generation will wissen, wie Nordrhein-Westfalen als Industrieland die größte Herausforderung seit der Gestaltung der deutschen Einheit bewältigt.

Als NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) und Matthias Hartung, Vorstandsvorsitzender von RWE Power, am Wochenende in Vettweiß in der Bürgerbegegnungsstätte sprachen, hingen die Zuhörer an ihren Lippen.

Duin verzichtete auf Mikro und Rednerpult, er stellte sich unmittelbar vor die Menschen und legte los, sprach mit viel Engagement und dem spürbaren Wunsch zu überzeugen: Zunächst von der Bedeutung Nordrhein-Westfalens als Energie-verbrauchendes und Energie-produzierendes Bundesland, dann von Fukushima und dem „überstürzten Gesetzgebungsverfahren“ zum Ausstieg aus der Kernenergie.

Energie müsse sicher, sie müsse außerdem bezahlbar sein und dürfe das Klima nicht schädigen, so schärfte er seinen Zuhörern ein. Um ehrgeizige Ziele bis 2050 zu erreichen, „kommen wir nicht ohne eine hoch entwickelte Speichertechnologie aus“. Und gerade auf die Speichertechnologie und das Pumpspeicherkraftwerk am Rursee sprachen ihn später, in der Diskussion, noch zahlreiche besorgte Bürger an. Doch da wich der NRW-Minister aus. Es liege alles am Regionalrat, teilte er mit, der werde im Juni entscheiden.

Braunkohle-, Steinkohle- und Gaskraftwerke, „auf diesen Mix müssen wir setzen“, sagte er. Allerdings sei derzeit die Situation für die Energieerzeuger „völlig unübersichtlich“. Ein Zustand, den auch der zweite Gast, Matthias Hartung, „völlig unerträglich“ fand. So gebe es beispielsweise eine garantierte Vergütung für Strom, auch wenn dieser gar nicht gebraucht werde. Duin plädierte – wenig überraschend – „für ein anderes System der Finanzierung der erneuerbaren Energien“.

Es überraschte auch nicht, dass der Minister es durchaus begrüßte, dass „einige wenige Unternehmen“ in NRW von Energiekosten befreit sind. Schließlich stünden in diesen Betrieben alles in allem 220.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Nichts hielt der Sozialdemokrat von Plänen, den Menschen die Energie billiger zu verkaufen, die Sozialleistungen bekommen. „Wir sollten soziale Probleme nicht über die Energiepolitik lösen“, riet er. Die politisch-interessierten Menschen in Vettweiß hörten es und staunten.

Was auch immer entschieden werde, so Duin abschließend: Mit den Menschen müsse auf Augenhöhe diskutiert werden, Transparenz sei Voraussetzung, um die nötige Akzeptanz zu erreichen.

Matthias Hartung erklärte die Mechanismen der Strombörse und deren „dramatische Konsequenz für unser Energieerzeugungsgeschäft“. Es gebe zur Energiewende keinen vernünftigen Masterplan, entsprechend verunsichert seien die Energieerzeuger und zurückhaltend bei ihren Investitionen. „Eine solche Situation habe ich in über 30 Jahren noch nicht erlebt“, sagte der RWE-Power-Vorstandschef.

Die Kernenergie sei erledigt, und die Erneuerbaren müssten in den Wettbewerb, meinte – zusammengefasst – der Redner. Und er war davon überzeugt, dass sich eine Investition in ein Pumpspeicherkraftwerk derzeit nicht rechnet. „Außerdem: Bei fünf Tagen Nebel und keinem Wind, da hilft Ihnen auch ein Pumpspeicherkraftwerk nicht weiter.“ Später ging es noch um die Bedeutung der Kommunen bei der Energiewende, um Bürgerbeteiligung an Windkraftanlagen, die Rekommunalisierung von Stadtwerken und wieder um die Situation am Rursee, die offenbar auch Sozialdemokraten schlaflose Nächte bereitet.

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