Düren - Ausstellung zur Geschichte der Psychiatrie

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Ausstellung zur Geschichte der Psychiatrie

Von: inla
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Besichtigen erste Ausstellungsstücke: Eva Struckmeier (li.), Dr. Renate Goldmann, Eusebius Wirdeier und Dr. Erhard Knauer (r.). Foto: inla

Düren. Es ist gar nicht so einfach, die wuchtigen Ausstellungsstücke durch die Tür von Haus 5 auf dem Gelände der Rheinischen Klinik zu bekommen. „Auf der rechten Seite sind die Teile, die richtig wertvoll sind“, ruft Eusebius Wirdeier und dirigiert den eingepackten Gegenstand durch den Türrahmen. Es geht gut.

Mittlerweile stehen eine Telefonzentrale aus den 1920er Jahren, ein Apothekenschrank oder ein altes Patientenbett mit Fixiergurten in einem Raum von Haus 5. Die Vorbereitungen zur Ausstellung „Moderne. Weltkrieg. Irrenhaus. 1900 -1930“ sind in vollem Gange. Am 1. Mai wird eröffnet, zum einen in dem aus dem Jahr 1900 stammenden Haus 5, das bis 1986 als Unterbringung für psychisch kranke Straftäter diente, zum anderen im Dürener Leopold Hoesch-Museum, das mit seiner Fertigstellung 1905 nur unwesentlich jünger ist als Haus 5 im Dürener Norden.

Bis zum 6. August werden die Themen Baugeschichte, Emanzipation und Pflege, Leben und Alltag in der Anstalt oder Kunst und Psychiatrie dargestellt. Die Ausstellung ist Bestandteil des Projektes „1914 - Mitten in Europa. Das Rheinland und der Erste Weltkrieg“, das der Landschaftsverband Rheinland initiiert.

„Wir wollen die Widersprüche und den Fortschritt in der Psychiatrie in der geschichtsträchtigen Epoche um den Ersten Weltkrieg zeigen“, sagte am Montag Eusebius Wirdeier. Er ist Kurator für beide Ausstellungen, also der Macher, einer, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Mit dabei auch Dr. Renate Goldmann, die Direktorin des Hoesch-Museums. Von Mai bis August werden in ihrem Haus 88 Kunstarbeiten von elf Patienten aus den 1920er Jahren gezeigt. Sie stammen aus der renommierten Heidelberger Sammlung Prinzhorn. Die in Haus 5 ausgestellten Exponate kommen größtenteils aus Bonn; sie sind im dortigen Psychiatriemuseum zu sehen.

Dr. Goldmann bezeichnete das Haus 5, das häufiger als Filmkulisse diente (u.a. „Tatort“), als ein Architekturdenkmal. Es sei „absolut erhaltenswert“, weil es in Düren so viele historisch bedeutende Gebäude nicht gebe. Dr. Erhard Knauer, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Rheinischen Klinik und Mit-Organisator der Ausstellung, sagte, es würde derzeit überlegt, wie das Haus 5 künftig genutzt werden könnte. Gedacht ist etwa an eine Dauerausstellung, die die Geschichte der Pflege und Psychiatrie darstellt.

Geöffnet ist die Ausstellung in Haus 5 donnerstags von 13 bis 19 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr. Führungen für Gruppen sind möglich (Anmeldung: Telefon 02421/402275). Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet (montags geschlossen).

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