Ausstellung zeigt das Dürener Leben von 1871 bis 1914

Von: Ingo Latotzki
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Ein altes Büro der Firma Schoeller: Christel Kreutzer, Josef Winthagen und Manfred Bürger vom Stadtmuseum. Foto: Ingo Latotzki
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Eine historische Küche, durch einen Fensterrahmen gesehen.
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So saßen Schüler vor mehr als 100 Jahren an ihren Bänken.

Düren. Dürens goldene Jahre kommen näher. Nein, bitte keine falschen Schlüsse jetzt. Es ist nicht so, dass die Stadt nun unerwartet zu Reichtum kommt und die marode Haushaltslage nur noch etwas für die Geschichtsbücher wäre. Gemeint ist vielmehr die Vergangenheit, genauer gesagt: die Jahre von 1871 bis 1914. Jahrzehnte, in denen sich Düren „prächtig entwickelte“, wie Bernd Hahne sagt.

Das Stadtmuseum hat diese Epoche in Jahre langer Arbeit aufbereitet und präsentiert die Ergebnisse ab Sonntag in einer Dauerausstellung in seinen Räumen in der Arnoldsweiler Straße 38. „Wir haben einen unglaublichen Aufwand betrieben“, sagt Bernd Hahne, der Vorsitzende des Stadtmuseum-Trägervereines, und Bürgermeister Paul Larue pflichtet ihm am Donnerstag bei einer Pressevorbesichtigung bei. „Das ist wirklich unwahrscheinlich“, spricht Larue, selbst Historiker.

Im Stadtmuseum sind verschiedene Bereiche eingeteilt, die unterschiedliche Themen aus der Zeit abdecken: unter anderem Schule, Zeitungen, Kultur, Industrie, Familie. Dabei wird Lokalgeschichte griffig. Viele Gegenstände verdeutlichen, wie das Leben zwischen 1871 und 1914 in Düren lief. „Es ist erstaunlich, was uns alles zur Verfügung gestellt wurde“, sagt Bernd Hahne. Zahlreiche Bürger brachten historisch wertvolle Dinge, die von den Machern des Museums aufbereitet wurden. So hat Christel Kreutzer sich mit Familiengeschichte beschäftigt. Sie hat Bilder oder Puppenstuben in einer Ecke des Museums ausgestellt, dazu gibt es Texte, die über bekannte Dürener Familien wie Schoeller oder Peill erzählen.

Rolf Terkatz hat die Geschichte der Schulen aufgearbeitet. Zu sehen sind Tische, kleine Stühle und Tafeln, außerdem gibt es jede Menge Informationen zu Schulgebäuden. Ebenso dargestellt ist, wie sich Kultur damals entwickelt hat. Irmgard Gerhards und Anne Krings haben sich mit dem Thema beschäftigt. Die Zeitungsgeschichte hat Hans-Jörg Dahmen recherchiert, sie wird unter anderem anhand alter Ausgaben und Bleibuchstaben präsentiert.

20 bis 30 Mitglieder des Stadtmuseums sind knapp zwei Jahre mit den Arbeiten beschäftigt gewesen. Dass diese Ausstellung das Leben „auch der breiten Masse zeigt“, unterstrich Bürgermeister Paul Larue nach einem Rundgang. Offensichtlich wird das am Beispiel einer Küche, die originalgetreu aufgebaut ist – Peter Peusquens hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Und natürlich gibt es Dürener Industriegeschichte. Firmen, die heute noch existieren, haben bereitwillig ihre Archive geöffnet und Material zur Verfügung gestellt, wie Manfred Bürger vom Stadtmuseum am Donnerstag sagt. Josef Winthagen hat in seiner im eigenen gekonnten Art wieder ein Modell beigesteuert. Dieses Mal geht es um eine Wohnsiedlung an der Eberhard Hoesch-Straße. Winthagen hat unter anderem auch den alten Wasserturm, der einst auf dem heutigen Friedrich Ebert-Platz stand, nachgebaut.

Die Ausstellung, die am kommenden Sonntag um 11 Uhr eröffnet wird, ist durchaus noch erweiterbar. „Das ist jetzt mal ein Anfang“, sagt Bernd Hahne und betont, dass der Trägerverein durchaus an weiteren historischen Stücken interessiert ist.

Das nächste Projekt ist übrigens schon angedacht. Es soll sich mit dem 1. Weltkrieg beschäftigen.

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