Düren - Ausstellung ist nicht gewaltverherrlichend

Ausstellung ist nicht gewaltverherrlichend

Von: kin
Letzte Aktualisierung:
6494228.jpg
Jo Stein (links) und Arlaque de Clerque haben sich künstlerisch mit dem Thema Missbrauch auseinandergesetzt. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Die Vorwürfe, die die Verantwortlichen des Vereins „Basta! gegen sexuellen Missbrauch an Jungen und Mädchen“, gegen die Ausstellung „Welche Farbe hat Missbrauch“ erhoben hat, sind ziemlich massiv. „Viele Fotos“, heißt es in einem öffentlichen Schreiben von „Basta!“, „zeigen Gewaltszenen in aller Deutlichkeit und Brutalität, was auf kleine Kinder sehr verstörend wirkt.“

„Ich kann diese Vorwürfe nicht wirklich nachvollziehen“, sagt der Künstler Jo Stein, der die internationale Ausstellung „Welche Farbe hat Missbrauch“, mit Arbeiten von Künstlern aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Türkei initiiert hat. Zwei Wochen war die Schau in der Marienkirche zu sehen, noch bis zum Wochenende ist sie im Vierscheibenhaus in Köln, Appellhofplatz 1, zu sehen. Jo Stein: „Zu der Ausstellung in Düren gab es ein umfangreiches Schulprojekt, für Jugendliche ab Klasse neun, das auch rege in Anspruch genommen wurde. Es waren zu den Öffnungszeiten immer zwei Künstler anwesend.“ Außerdem gab es Infostände vom „Weißen Ring“ und dem Verein „Goldrute“, die auch jederzeit angesprochen werden konnten. Jo Stein: „Die Familiengottesdienste, die sonst in der Marienkirche stattfinden, haben während der Ausstellung in der Annakirche stattgefunden. Und ich habe kein Kind gesehen, dass alleine zu unserer Ausstellung gekommen ist.“

Jo Stein hatte schon vor einigen Jahren die Idee zu einer Ausstellung zum Thema Missbrauch. „Meine zwölf Künstlerkollegen und ich“, sagt er, „thematisieren die verschiedensten Formen von Missbrauch. Es geht bei dieser Ausstellung bei weitem nicht nur um sexuellen Missbrauch oder um Gewalt.“ Darüber hinaus thematisieren alle Kunstwerke zwar das Ausstellungsthema, keines der Werke ist jedoch gewaltverherrlichend. „Das ist auch überhaupt nicht unsere Intention“, so Stein. „Es hat in der Marienkirche sogar Gottesdienste gegeben, die sich mit unseren Kunstwerken befasst haben.“ Im kommenden Jahr wird „Welche Farbe hat Missbrauch? übrigens in den Niederlanden gezeigt, 2015 vermutlich im türkischen Istanbul. Darüber hinaus hat Jo Stein bereits erste Gespräche mit deutschen Bistümern und evangelischen Landeskirchen geführt, die ebenfalls Interesse haben, die Arbeiten zum Thema Missbrauch zu präsentieren.

„Einen Raum zu finden, der sich ähnlich gut eignet wie die Marienkirche“, sagt Jo Stein, „wird gar nicht so einfach sein. Hier waren unsere Arbeiten wirklich optimal aufgehoben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert