Außergewöhnliche Textilkunst in Heimbach zu sehen

Von: Bruno Elberfeld
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Die stellvertretende Bürgermeisterin Edith Cremer (rechts) und die Vorsitzende von Spektrum, Elise Kloppers (Dritte von rechts eröffneten mit den anwesenden Künstlerinnen die Ausstellung „Fadenlauf“. Foto: Bruno Elberfeld

Heimbach. Sollten in der nächsten Zeit Kunstinteressierte, die der Textilkunst skeptisch gegenüber stehen, das Heimbacher Haus des Gastes besuchen, so könnte es sein – wie bei der Vernissage geschehen – dass sie die Ausstellung „gewandelt“ verlassen.

Denn das, was die zehn Textilkünstlerinnen präsentieren, ist außergewöhnlich in Form, Farbe, Technik und Aussagekraft.

Zehn Künstlerinnen des Vereins „Spektrum“ stellen Werke im Haus des Gastes aus. Der ursprüngliche Sitz von „Spektrum“ war die Textilstadt Krefeld. Mittlerweile treffen sich die 14 Vereinsmitglieder im privaten Bereich, erzählte ihre Vorsitzende, Elise Kloppers aus Delft (NL).

Erhalten und fortentwickeln

Stolz sind die Ausstellerinnen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden auf ihre Kunst, die leider – so bedauern sie – etwas stiefmütterlich behandelt werde. Warum sich die Frauen gerade für die Textilkunst entschieden haben? Der gemeinsame Nenner aus den Antworten aller anwesenden Künstlerinnen könnte lauten: „Wir wollen eine alte Technik, das Weben, erhalten und im Hier und Heute fortentwickeln.“

Breites Spektrum

Diese Fortentwicklung kann nun im Haus des Gastes bewundert werden. Fasern, gewonnen aus dem Maulbeerbaum, auseinander gezupft, aufgeklebt, bemalt oder unbehandelt, strahlen eine feenhafte Botschaft aus. Auf anderen Bildern sind spannende Muster zu erkennen, hier flach, dort dick aufgetragen und mit verschiedenen anderen Stoffen collagiert.

Die Textilkünstlerinnen, meist an renommierten Schulen diplomiert, sind verschiedene Wege gegangen. Da gibt es das Muster, streng in der Struktur, doppelbödig wie bei einer Zither, dort die drei Meter hohe, schmale Collage im Treppenhaus. 300 bunte Stoffbällchen aus Seide, auf Seide aufgebracht, ergeben ein anregendes Muster.

Gabrielle Eichholtz hatte hier die Jahreszeiten Winter, Frühling, Sommer, Herbst und wieder den Winter vor Augen. Dass das Arbeiten mit Textilien großes Geschick, eine kreative Begabung und eine gute Portion Ausdauer voraussetzt, kann der Beobachter an diesem Beispiel schlussfolgern.

Ausdauer gefragt

Ein solch großes Werk braucht auch schon mal drei Monate. Kleinformate, 20 Zentimeter Kantenlänge, gestickt, mit 400 verschiedenen Farbflächen, brauchen dann auch schon mal 250 Stunden.

Und dann ist da noch der vertrackte QR-Code, eingestickt in ein labyrinthähnliches Muster, der nur mithilfe eines modernen I-Phones geknackt werden kann. Und wie zeichnet man dünne Linien? Ganz einfach: Man nimmt eine Nähmaschine und lässt den schwarzen Faden die Arbeit tun.

Eröffnet wurde die Ausstellung von der stellvertretenden Bürgermeisterin Edith Cremer gemeinsam mit der Vorsitzenden von Spektrum, Elise Kloppers.

Zu sehen ist die Präsentation „Fadenlauf“ bis zum 21. September, täglich von 10 bis 12 sowie von 14 bis 17 Uhr.

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