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Aus Un-Orten sollen wieder Orte werden

Von: Ingo Latotzki
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Welcome: Dass sich auswärtige
Welcome: Dass sich auswärtige Besucher besonders willkommen fühlen, wenn sie die Straße am Bahnhof hinabgehen, bezweifelt das Innenstadtforum - und überlegt, wie das Areal verschönert werden Foto: Ingo Latotzki

Düren. Wenn Barthel Labenz dieser Tage von den Plänen für die Josef-Schregel-Straße oder das Bahnhofsumfeld in Düren spricht, klingt viel Zuversicht und vielleicht sogar ein bisschen Aufbruchstimmung mit.

Labenz, 54, leitet den Arbeitskreis Innenstadt im Innenstadtforum der Stadt. Was sich ein wenig sperrig anhört, hat eine handfeste Bedeutung: Dieser Arbeitskreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Stadt alles in allem attraktiver zu gestalten, vereinfacht ausgedrückt. Es sitzen nicht hauptsächlich Politiker und Verwaltungsfachleute am Tisch, sondern interessierte Bürger, die Ideen entwickeln, Vorschläge machen, Strategien entwickeln.

Wie vergangenen Freitag in Dürens Posthotel. Da gab es einen Impulsworkshop, man könnte auch Ideenschmiede sagen, dieser Begriff gefällt Labenz. Und es wurde konkret: Die Teilnehmer arbeiteten, nachdem sie sich ein Bild gemacht hatten, vier so genannte Un-Orte heraus. Auch diesen Begriff mag Labenz, weil er „die Sache trifft”. Un-Orte sind: Der Langemarckpark, die Unterführung zum Haus der Stadt, der Bahnhof und sein Vorplatz, das Haus Nummer 54 auf der Josef-Schregel-Straße. Un-Orte, die zu Orten werden sollen, im Idealfall zu schönen Orten. Dass das nicht „ohne Geld geht”, ist Labenz klar. Aber zunächst geht es um „kleinere Maßnahmen, die signalisieren, dass sich etwas tut”. Denn getan habe sich lange Zeit nichts.

Zum Beispiel am Haus Nummer 54 an der Josef-Schregel-Straße. Das steht seit Jahren leer - was auch zu sehen ist. Nun könnte die Deutsche Bahn als Eigentümer etwa mit Plakaten am Gebäude „provoziert werden”, sagt Labenz. Motto: Die Bahn macht mobil. An der Fassade seien nämlich verschiedene „Elemente lose”. Denkbar sei auch eine spezielle Beleuchtung, um „auf die Missstände hinzuweisen”. Ein dickes Brett muss der Arbeitskreis sicher am Bahnhof selbst bohren. Der Weg, der hinab auf die Josef-Schregel-Straße führt, könnte attraktiver gestaltet werden, indem die hohen rötlichen Backsteinmauern an der südlichen Seite mit großformatigen, besonders aufbereiteten Fotografien ausgestattet werden. Barthel Labenz kennt so etwas aus Köln-Chorweiler, wo „eindrucksvolle, fröhliche Schwarz-Weiß-Bilder viel Leben bringen”.

Vorstellbar sei auch eine spätere Gestaltung mit Metallgewebe von GKD Kufferath. In die obere Etage des Bahnhofsgebäudes könnte das Stadtmuseum einziehen. Derzeit ist die Einrichtung in einer ehemaligen Sparkassen-Filiale an der Arnoldsweilerstraße untergebracht und könnte eigenen Angaben nach durchaus mehr Platz gebrauchen. Aber auch dazu muss die Bahn ihr Okay geben.

Wichtig ist Labenz „die Beteiligung der Bürger”, etwa über Befragungen und „Vorschläge, die jederzeit willkommen sind”.

Die meisten Ideen wären „kurzfristig, also schon 2012, umzusetzen”, sagt SPD-Mitglied Labenz. In diesem Sog könnte sich dann auch der Geschäftsbesatz auf der Josef-Schregel-Straße „positiv verändern”.

Aber auch da seien dicke Bretter zu bohren. Ein Drittel der Hausbesitzer wohnte mehr als 150 Kilometer von Düren entfernt, ein weiteres Drittel in einem Umkreis von 50 Kilometern. „Das macht die Sache nicht einfacher”, sagt Labenz ohne die Zuversicht in seiner Stimme zu verlieren. „Es muss jetzt endlich mal losgehen, alleine das zählt”. Arbeit gibt es genug, denn der Arbeitskreis hat „noch zahlreiche weitere Un-Orte definiert”.
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