Aus für Haupt- und Realschulen?

Von: bugi
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Düren. In Düsseldorf hat man sich auf die „Sekundarschule” geeinigt, in den Städten und Gemeinden des Kreises Düren wird man mit dieser neue Schulform leben müssen. Dabei hatte Gutachter Wolf Krämer-Mandeau in seinem Schulentwicklungsplan zur Bildung von „Gemeinschaftsschulen” aufgerufen. Ist dieser Plan jetzt nicht mehr gültig?

Die Sekundarschule sei „nur scheinbar eine andere Schule”, stellt Krämer-Mandeau im Gespräch mit den „DN” klar. Wenn man nämlich genauer hinschaue, „dann stellt die Sekundarschule genau das dar, was im Gutachten verankert ist”. Auch die Kooperation mit jeweils einem Gymnasium oder einer Gesamtschule sei bei der Gemeinschaftsschule schon angelegt gewesen. Der Unterschied: Die Schüler bleiben, um Abitur zu machen, nicht in der Sekundarschule, „sondern alle werden nach Klasse 10 weitergeleitet”.

„Ähnliche Schulmodelle, nur mit je einem anderen Namen”, erkennt der Gutachter. Und fügt hinzu, von dem neuen Namen möge man sich nicht verwirren lassen. „Es könnte schwierig werden”, sagt Krämer-Mandeau auf Nachfrage, was Düren sich vorgenommen habe: nämlich eigenständige Haupt- und Realschulen aufrecht zu erhalten, wenn daneben im Kreis Düren Sekundarschulen mit eigenständigem pädagogischen Programm existieren.

Das sieht Karl-Albert Eßer zunächst mal entspannt. Der Dürener CDU-Fraktionschef kündigt an, dass sich seine Partei nach den Sommerferien mit einer genauen Analyse des Schulentwicklungsplans befassen werden. Eine lokale politische Diskussion sieht Eßer dann im Herbst. Zum nun beschlossenen Schulfrieden sagt er: „Der Kompromiss sorgt für Verlässlichkeit und Planungssicherheit in den Kommunen. Jetzt können wir uns der Aufgabe zuwenden, Chancengleichheit zu verwirklichen, gerade auch für bildungsferne Schichten, denn wir brauchen alle als Leistungsträger in der Gesellschaft.”

Für Eßer ist es aber noch wichtiger, dass in den Schulen die Rahmenbedingungen und die individuelle Förderung so seien, dass Chancengleichheit herrsche. „Das ist wichtiger als jede Schulstruktur.” Thomas Floßdorf, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses in Düren ist sicher, dass Düren in Zukunft an einer Sekundarschule nicht vorbei kommen werde. „Wir müssen genau gucken, wo es eine Einheit gibt, die zusammen geführt werden kann. Etwa eine Real- und eine Hauptschule zum Beispiel. Ich halte es nicht für gut, einfach aus drei Hauptschulen eine Sekundarschule zu machen. Aber wir müssen das Thema offen diskutieren.”

Eine „riesige Sache” für Nordrhein-Westfalen nennt Dagmar Nietan, schulpolitische Sprecherin der Dürener SPD den Schulkompromiss. „Das Grundgerüst stimmt. Es gibt längeres gemeinsames Lernen und eine echte Alternative zum dreigliedrigen Schulsystem. Und den Kommunen bleiben viele Gestaltungsmöglichkeiten.” Gerade die Eltern, so Nietan weiter, hätten sich ein offeneres Schulsystem gewünscht. Zudem habe es in den vergangenen Jahren ein Vermeidungsverhalten der Eltern gegeben, was die Anmeldung ihrer Kinder auf Hauptschulen betrifft. „Natürlich kann ich nicht sagen, wie viele Hauptschulen es in Zukunft in Düren noch geben wird”, so Nietan. „Aber die Realität wird uns zeigen, dass wir uns irgendwann von den Hauptschulen verabschieden müssen.”

Sekundarschulen in Nideggen schon beschlossen

Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe des Schulkonsenses tagte in Nideggen der Schulausschuss. Ergebnis: Bis auf die „Menschen für Nideggen” votierten alle Parteien für die Einrichtung der neuen Sekundarschule am Standort Schulzentrum zum Schuljahr 2012/13.

Kooperationspartner der Schule könnte das Gymnasium Kreuzau werden sowie das Berufskolleg des Kreises. Bürgermeisterin Margit Göckemeyer: „Der Rat, aber auch die Schulleitungen von Haupt- und Realschule haben sich sehr deutlich für die neue Schulform ausgesprochen.”

Die Sekundarschule würde im Sommer 2012 mit der 5. Klasse starten. Hauptschule und Realschule würden dann keine Eingangsklassen mehr bilden, aber bis zur 10. Klasse weiterlaufen.

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