Aus der Abstellkammer ins Netz

Von: Andreas Bongartz
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Freuen sich, dass das Projekt „Archivexplorer” nun endlich online gegangen ist: Achim Jaeger, Helmut Krebs, Jörg Hanusch, Berit Arentz und Kreisdezernent Georg Beyß (von links). Foto: Andreas Bongartz

Düren. Viel Staub und alte Bücher in einem Keller - die Assoziationen, die ein Stadtarchiv hervor ruft, gehen wohl vor allem bei Kindern und Jugendlichen in Richtung „Abstellkammer für alten Kram”. Auch die wenigsten Dürener Jugendlichen werden wohl bisher in ihrer Freizeit einen Besuch in Stadt- und Kreisarchiv geplant haben.

In Zukunft könnte das aber anders aussehen, denn das Gemeinschaftsgedächtnis von Stadt und Kreis präsentiert sich ab sofort alles andere als muffig. Mit den Maskottchen Leon und Adolar, zwei virtuellen, den Wappentieren Löwe und Adler nachempfundenen Figuren, ist man online gegangen.

Unter http://www.duerener-archivexplorer.de können Kinder und Jugendliche ab sofort spannende Einblicke in das Archiv und seine Aufgabenstruktur bekommen.

Am Anfang stand der Landeswettbewerb „Blick zurück nach vorn - Jugend und Archiv” und die Frage: „Was kann man machen, womit Kinder und Jugendliche ködern, dass sie den Weg in das Archiv finden?”, wie Helmut Krebs, Leiter des Stadt- und Kreisarchivs, erzählt.

Man bewarb sich mit dem Projekt Archivexplorer und bekam dafür 6400 Euro zugesprochen. Seitdem sind anderthalb Jahre vergangen, anderthalb Jahre, in denen zusammen mit Fachfirmen und der technischen Abteilung der Kreisverwaltung Düren an der Umsetzung des Projektes gearbeitet wurde.

Und mit Schülerinnen und Schülern der Stadtmauer AG des Stiftischen Gymnasiums unter Leitung von Dr. Achim Jaeger. Die Gymnasiasten konnten bei der Auswahl der digitalisierten Archivalien ein Wörtchen mitreden und so helfen, die Webseite unter jugendlichen Gesichtspunkten und Interessen mitzugestalten.

Schließlich richtet sich der Archivexplorer auch an eine jüngere Zielgruppe. „Wir wollen so die Hemmschwelle senken, damit Kinder und Jugendliche auch Lust haben, das Archiv kennenzulernen”, sagt Berit Arentz, die als Mitarbeiterin des Kreisarchivs wesentlich an der Realisierung des Projekts beteiligt war.

Auf der Internetseite kann man mit Hilfe einer Zeitleiste markante Punkte der Stadtgeschichte aufrufen. So wurden etwa der Stadtplan von Wenzel Hollar aus dem Jahr 1634 sowie Fotos von der Zerstörung im 2. Weltkrieg digitalisiert. Rund um die jeweiligen Ereignisse und Dokumente geben Leon und Adolar interessante Informationen im Dialog wieder.

Die Dialoge wurden übrigens alle von den Schülern des Stifts geschrieben. Mit ihrer Begeisterung sind die Jugendlichen manchmal sogar übers Ziel hinaus geschossen. „Die Dialoge waren teilweise zu lang und hatten fast schon Spielfilmlänge”, berichtet Jörg Hanusch, der für die praktische Umsetzung der Ideen zuständig war.

Über Links kann man sich auf der Internetseite durch verschiedene Themen leiten lassen, sich über Nutzung, Funktion und Aufgabe des Archivs sowie historische Gebäude oder Ereignisse aufklären lassen und in einem kleinen Wörterbuch stöbern. Darüber hinaus gibt es beim Archivexplorer auch das eine oder andere Spiel zu entdecken.

„Wenn die Kinder und Jugendlichen Geschmack daran finden, können sie ins Archiv kommen und die digitalisierten Dokumente im Original anschauen”, sagt Helmut Krebs. Platz gibt es im Archiv an zwölf Benutzerplätzen, rund 2000 Schülerinnen und Schüler besuchen das Gedächtnis von Stadt und Kreis pro Jahr. Mit Hilfe des Archivexplorers sollen es bald noch mehr werden.
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