Langerwehe-Pier - „Augenblicke in Pier”: Fotos, die vom Sterben eines Ortes erzählen

„Augenblicke in Pier”: Fotos, die vom Sterben eines Ortes erzählen

Von: Sandra Kinkel
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Es sind die Detailaufnahmen, d
Es sind die Detailaufnahmen, die Britta Münch besonders viel Freude machen. 38 ihrer Werke sind in Neu-Pier zu sehen.

Langerwehe-Pier. „Kommen Sie doch nach Pier. Uns gibt es bald nicht mehr.” Dieser Satz von Corinna Knobloch ist schuld, dass am Freitagabend um 18 Uhr im Bürgerhaus in Pier, Grünentalstraße 17, eine Ausstellung eröffnet wird. Jedenfalls fast.

Die Diplom-Sozialpädagogin Britta Münch, die beim Sozialwerk Dürener Christen arbeitet, war nämlich auf der Suche nach einem Thema für ihre Abschlussarbeit zur Weiterbildung zur Kunstpädagogin. Und hat ihre Schützlinge nach ihren Lieblingsplätzen gefragt, die sie dann fotografieren wollte.

„Der Satz von Corinna”, sagt Britta Münch, „hat mich berührt. Und so bin ich an einem eiskalten, aber sonnigen Januarsonntag im Jahr 2010 mit Corinna ins alte Pier gefahren und habe dort über 300 Fotos gemacht.” Fotos mit Orten, die Corinna viel bedeuten. Der Pierer Sportplatz ist zu sehen, wo Corinna gerne Fußball gespielt hat, „ihr” Kaugummi-Automat und auch die Gaststätte, wo sie sich oft mit Süßigkeiten versorgt hat. 38 ihrer schönsten Fotos stellt die Kunstpädagogin jetzt im Pierer Bürgerhaus aus, „Augenblicke in Pier” heißt die interessante Schau.

Die meisten sind schwarz-weiß, nur die, auf denen auch Corinna zu sehen ist, sind in Farbe. „Mir war es wichtig, diesen Kontrast herzustellen. Die Fotos mit Corinna haben Leben, deswegen sind sie in Farbe, die anderen zeigen ein sterbendes Dorf und sind in Schwarz-Weiß.” Das Fotografieren, so Britta Münch, sei schnell gegangen. „Es hat super funktioniert, und an dem Tag herrschten in Pier sehr tolle Lichtverhältnisse. Es hat einfach alles gepasst.”

Es war Britta Münch wichtig, dass am Tag, als sie fotografiert hat, im sterbenden Pier Schnee lag. „Das gibt den Fotos eine gewisse Lieblichkeit. Das alte Pier ist ja nicht mehr wirklich schön. Einfach, weil schon damals nicht mehr viele Leute in Pier gewohnt haben. Oft waren die Rolläden an den Häusern schon runter gelassen, Vieles war kaputt. Und mir war es aber sehr wichtig, Corinna ihren Ort so wiederzugeben, wie er war.” „Und das”, ergänzt Corinna, „ist ihr auch gelungen.”

Die Bilderrahmen, die auch alle entweder schwarz und weiß sind, sind von Maler- und Lackierer-Gesellen des Sozialwerks Dürener Christen extra für die Ausstellung gestaltet worden.

Britta Münch hofft darauf, dass viele Menschen ihre Ausstellung in Pier angucken kommen. „Das wäre schön”, sagt sie. „Und würde mich wirklich auch sehr freuen.”

Zu sehen ist die interessante Ausstellung im Bürgerhaus in Pier - übrigens auf Anregung von Martina Mielke von der Gemeindeverwaltung von Langerwehe - bis Sonntag, 1. April. Das Pierer Bürgerhaus ist immer sonntags von 10.30 bis 13 Uhr geöffnet, der Eintritt zu der Schau ist frei.
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