Auf geschichtlichen Spuren: Spaziergang durch den Badewald

Von: Anneliese Lauscher
Letzte Aktualisierung:
5858148.jpg
Immer wieder tauchen im Badewald in Nideggen solche Löcher auf, sie sehen aus wie Krater; niemand weiß, wozu sie bestimmt waren. Foto: Anneliese Lauscher

Nideggen. Der Badewald birgt viele Geheimnisse, bei jedem Spaziergang kann man auf Spuren der Geschichte stoßen. Es ist nicht nur ein Genuss, durch den herrlichen Wald zu wandern, sich an Birken, Kirschbäumen oder uralten, Buchen zu erfreuen. Irgendwie kann man sich der Mystik nicht entziehen.

Am Waldrand in den Feldern finden Wanderer immer wieder Steine und Ziegelreste aus der Römerzeit. Dass es dort römische Siedlungen gegeben hat, ist unbestritten. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden die Reste einer römischen Tempelanlage und mehrerer „Villa Rustica“ entdeckt. Aber vor den Römern sind schon die Kelten dort gewesen, ihre Spuren vernichtete größtenteils der römische Feldherr und spätere Kaiser Cäsar. Viele Historiker haben sich in der Vergangenheit mit den auffälligen Funden im Badewald beschäftigt, der Heimat- und Geschichtsverein Nideggen befasst sich mit den historisch belegten Fakten und mit den Legenden, die sich um den Badewald ranken.

Seinen Namen hat er wohl von der untergegangenen Stadt „Badua“. In früheren Zeiten dehnte er sich deutlich weiter aus als heute, jetzt liegt der Badewald zwischen Berg und Abenden.

Auffällig sind die vielen großen „Löcher“, sie sehen aus wie Maare, sind meist kreisrund und recht tief. Die Größten haben einen Durchmesser von über 50 Metern. „Davon gibt es ungezählte, manche sind zugeschüttet worden“, weiß Heinz Bücker, der im Heimat- und Geschichtsverein Nideggen als Beisitzer tätig ist und dem die vielen ungelösten Rätsel um den Badewald keine Ruhe lassen.

Man findet die kreisförmigen Mulden im Sommer, wenn der Wald belaubt ist und Gräser und Farne hoch stehen, nicht so leicht. Manche sind mit Wasser gefüllt, andere nicht. Warum das so ist, darauf gibt es zurzeit keine Antwort. Man steht staunend vor einem großen Krater, dessen Rand eine deutliche Abstufung aufweist. „Von Menschen gemacht“, ist Heinz Bücker überzeugt. Aber wozu? Das hat man nicht herausgefunden.

An anderer Stelle befindet sich am Waldrand ein Hügelgrab, das ist anhand von aufgefundenen Beilagen nachgewiesen worden. Was es aber mit der merkwürdigen Terrassierung im Bereich der Quelle des Neffelbaches auf sich hat, wird wohl niemals aufgeklärt : Da die Terrassen an der Nord- und Westseite angebracht wurden, schließen die Historiker eine landwirtschaftliche Nutzung wie beispielsweise Weinanbau aus. Vielleicht könnte es sich um eine Kultstätte handeln, vermutet man im Geschichtsverein.

Jede Menge seltsame Steine

Seltsame Steine gibt es reichlich. Man findet eine Anhäufung von schweren Steinen, die in einer gebogenen Linie angeordnet sind, dort wird ein ringförmiger Wall vermutet. Und man findet Steine mit Einritzungen, die Rätsel aufgeben. Der Heimatforscher Heinz Peters aus Nideggen-Rath, den die Zeichen auf einem Stein brennend interessierten, hat die Stelle zur Tag- und Nachtgleiche aufgesucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass es sich um ein Kalendarium handelt. Aber wie alt es ist, das weiß niemand. Die wenig klare Antwort lautet: „Von Menschen gemacht.“

Eine Wanderung durch den schönen Badewald ist auf jeden Fall empfehlenswert. Man wird immer wieder den geheimnisvollen Spuren der Geschichte begegnen, und von den Felsen über dem Rurtal wird man mit wundervollen Ausblicken belohnt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert