Embken - Auf den Spuren der jüdischen Mitbürger von Embken

Auf den Spuren der jüdischen Mitbürger von Embken

Von: Anneliese Lauscher
Letzte Aktualisierung:
juden_embken_bu
Auf diesem Friedhof in Embken haben jüdische Bürger eine Ruhestätte, ein „Haus der Ewigkeit”, wie Grab auf Hebräisch wörtlich übersetzt heißt. Foto: Anneliese Lauscher

Embken. Eine Wanderung, die betroffen und nachdenklich machte, wurde vom Bezirkskulturwart des Eifelvereins, Franz-Josef Brandenburg, veranstaltet. Über 20 Interessierte fanden sich ein, um sich an der kulturhistorischen Wanderung auf den Spuren der Juden von Embken zu beteiligen.

Franz-Josef Brandenburg begrüßte besonders den Vorsitzenden der Bezirksgruppe Düren-Jülich des Eifelvereins, Josef Hüttemann, und den Ortsvorsteher von Embken, Heinz Esser. Dieser setze sich besonders für den Erhalt des jüdischen Friedhofs ein, erfuhren die Wanderer. Heinz Esser meinte dazu grundsätzlich: „Die Menschen sollten sich dessen bewusst sein, was sie tun. Nicht gedankenlos Strömungen hinterher laufen.”

1917 in Frankreich gefallen

In der Dorfmitte startete der Rundgang. Brandenburg wies auf einen Eintrag auf dem Ehrenmal für die Soldaten hin, dort wird eines Gustav Schwarz gedacht, der im Juli 1917 in Frankreich gefallen ist. Er war ein jüdischer Bürger von Embken.

Das 1985 errichtete Mahnmal weist die Inschrift auf „Unseren jüdischen Mitbürgern zum ehrenden Gedenken”. Blumenschmuck ist hier nicht erwünscht, darauf wies Franz-Josef Brandenburg hin.

Im weiteren Verlauf des Rundgangs kam man an Häusern vorbei, die früher jüdischen Familien gehört haben. „In Embken zählte man 1885 insgesamt 59 jüdische Mitbürger, im Jahre 1930 waren es noch 43. Sie waren nicht reich, sie arbeiteten als Metzger, Schneider, kleine Händler. Sie wurden in Embken toleriert, es herrschte meist ein gutes nachbarschaftliches Einvernehmen.”

Sie zerschlugen alles

Brandenburg wartete mit vielen interessanten Details auf, er hat sich intensiv mit der Geschichte der Juden von Embken befasst. Die Synagoge muss auf einem Grundstück „Im Kirschland” gestanden haben, auf dem heute Pferde laufen und alte Obstbäume stehen. Aus seinen Nachforschungen zitierte Brandenburg: „Am 10. November 1938, dem Tag nach der Pogromnacht, machten es einige Sympathisanten der Nazis ihren Kumpanen im übrigen Deutschen Reich nach, steckten die Synagoge in Brand und zerstörten jüdisches Eigentum. Im Haus Kahn zerschlugen sie alles, im Haus der Familie Schwarz legten sie Feuer.”

Nur „Am Mühlberg” musste sich die Wandergruppe ein wenig anstrengen, dort ging es steil bergan. Den jüdischen Friedhof, der normalerweise verschlossen ist, betrat Franz-Josef Brandenburg mit der Kippa auf dem Kopf, wie es für den Besuch der Synagoge und des Friedhofs vorgeschrieben ist. Man findet dort 26 Grabsteine und Bruchstücke.

Der stille Ort auf der Höhe gab Anlass zu manchem Gespräch unter den Teilnehmern. Zurück in Embken bedankten sich die Gäste bei ihrem kundigen Führer und wollten gleich wissen, ob in naher Zukunft eine ähnliche Veranstaltung geplant ist. Sogar ein Faltblatt mit den wichtigsten Informationen gab Franz-Josef Brandenburg den Teilnehmern mit auf den Weg.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.


Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert