Auf bunter Wiese des Wahnsinns

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Boten mit Stunk unplugged eine furiose Revue mit Highlights aus 25 Jahren Stunksitzung: Kölns berühmteste Alternativ-Karnevalisten hatten jetzt im Haus der Stadt ein kleines Heimspiel. Foto: Andreas Bongartz

Düren. Bis zur kommenden Session ist es zwar noch ein wenig hin, im Haus der Stadt konnte aber bereits jetzt zu kölschen Tönen geschunkelt werden. Im September bereits zu kölschen Tönen schunkeln? Mit dem alternativem Karnevalsprogramm der Kölner Stunksitzung kein Problem.

Nachdem man im vergangenen Jahr 25-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert hat, zeigt das Kölner Team mit „Stunk unplugged” die Highlights aus vergangenen Sitzungen.

Mit diesem Programm ist man derzeit, wie Moderator Rainer Rübhausen erzählte, auf Tour durch die Metropolen der Republik. Am Montag machte man nun Halt in Düren, „der größten Stadt zwischen Kerpen und Eschweiler”. Für die „Stunker” war es schon fast ein Heimspiel, die 350 Besucher fraßen dem Ensemble aus aktuellen und ehemaligen Mitgliedern der Stunksitzung jedenfalls von Beginn des Abends an aus der Hand. „Meine Damen und Herren, erheben Sie sich nun von Ihren Plätzen: Die Hymne”, hieß es da, und das Publikum ließ sich nicht lange bitten, klatschte zu den Zeilen „Blootwosch Kölsch und Lecker Mädche, Hämcher un en halven Hahn, danach lasst uns alle streben...” gut gelaunt mit.

Im Anschluss brannten die „Stunker” dann eine furiose Revue mit Kabarettnummern der vergangenen 25 Jahre ab. Mal gab man sich umweltbewusst und zeigte mit Niedrigenergiehäusern und Hunden mit eingebauten Partikelfiltern Lösungen für eine ausgeglichene Co2-Bilanz auf. Aber man hatte auch weitaus radikalere Maßnahmen parat: „Schon mal ans Sterben gedacht?”

Rotzfrech: Didi Jünemann als Bademeister, der die Nase voll hat von Warmduschern und Freunden der allgegenwärtigen Wellness-Trends. Vieles hat sich eben geändert, auch Kriminelle haben es in Zeiten der Bankenkrise nicht mehr leicht. So versuchen geprellte Kunden vergeblich eine, in die Pleite geratene Bank zu überfallen. Geld finden sie natürlich keines, nur einen findigen Anlagenberater, der sich und seine Provisionen retten will.

Und natürlich ließen die „Stunker” auch die große Politik nicht ungeschoren davon kommen, obwohl so richtige Feindbilder gibt es ja heutzutage gar nicht mehr. Wer hat als Klassenfeind schon Ronald Profalla auf dem Schirm und Aigner Rösler oder Shavan - das klingt auch eher nach VW Autohaus, als nach probaten Reibungsflächen. Zum Glück gibt es bei all der Politikverdrossenheit ja noch die Vereine, die Karnevalsvereine zum Beispiel. Diese funktionieren wahlweise auch als „Selbsthilfegruppe für geplagte Psychologen”, bieten sozusagen eine „bunte Wiese des Wahnsinns”.

Zwischen den Sketchen sorgte Moderator Rainer Rübhausen immer wieder für Lacher, und auch Musik durfte natürlich nicht fehlen, Purple Schulz und Josef Piek begleiteten die Stunker und heimsten ebenfalls viel Applaus ein. Das gefiel und machte Spaß, „Stunk unplugged” - so kann man die sessionsfreie Zeit bestens überbrücken.
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