Auch weinende Augen bei den Siegern

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Wahlsieger unter sich: Josef Wirtz und Rolf Seel (rechts) holten ihre Wahlkreise direkt und gehören dem Landtag weiter an. Foto: Ingo Latotzki

Kreis Düren. Es ist kurz nach 18 Uhr, als Landrat Wolfgang Spelthahn ein wenig wehmütig in den Saal blick. „Bei den letzten Wahlen hatten wir hier immer etwas zu feiern, heute ist das anders.” Aus Sicht eines CDU-Mannes, und ein solcher ist der Landrat, stimmt das.

Auch im Kreis Düren haben die Christdemokraten bedeutend verloren: Im Wahlkreis Düren 1 kommt die CDU auf 39,5 Prozent und büßt damit mehr als zehn Prozent ein. Mehr als zwölf sind es im Wahlkreis Düren II / Euskirchen II, in dem die Christdemokraten 41 Prozent verbuchen. Dennoch sind Rolf Seel und Josef Wirtz direkt gewählt. Beide fuhren persönlich ein besseres Ergebnis ein als ihre Partei.

Verluste, wenn auch leichte musste die SPD hinnehmen, die Grünen gewannen deutlich, die FDP legte leicht zu und Die Linke landete bei gut fünf Prozent.

Sein eigenes Ergebnis betrachte er auch mit „Demut”, sagte Josef Wirtz, CDU. Der Wähler habe ihm ein „wieder ein großes Vertrauen entgegen gebracht”. Das Gesamtergebnis für die CDU betrachte er „natürlich mit einem weinenden Auge”. Er werde seine Arbeit fortführen, „dazu bin ich heute vom Wähler aufgefordert worden”

„Große Koalition”

Ähnlich sah das auch sein Parteifreund Rolf Seel. Auch er sprach vom Vertrauen der Wähler, fühlte sich „glücklich”, freilich im Wissen, dass „Schwarz-Gelb nicht weitermachen soll”. Einer Regierung, die mit nur einer Stimme Mehrheit arbeite, räumte er keine große Perspektive ein. „Insofern wäre eine große Koalition die bessere Alternative.”

Mehr als zufrieden zeigten sich die Grünen. Für Gudrun Zentis lief es „besser als erwartet”. Es habe sich ausgezahlt, dass „wir gekämpft haben, bis zum Schluss”. Für sie selbst war lange unklar, ob sie in den Landtag einziehen würde. Von ihrer Partei war sie mit Listenplatz 25 ausgestattet worden, 24 grüne Abgeordnete schafften am Ende den Sprung ins Parlament. Für Grünen-Kandidat Jörg Benter ist das „gute Ergebnis auch damit zu erklären, dass wir viel unterwegs waren und mit den Leuten gesprochen haben”.

Eine „gute Arbeit” bescheinigte auch Liesel Koschorreck ihrer SPD. Wichtig sei, dass „Schwarz-Gelb weg ist”. Die Sozialdemokratin wird dem Landtag nicht wieder angehören, ihr Listenplatz 19 reichte nicht, auch, weil die SPD viele Direktmandate im Ruhrgebiet gewann.

Zufriedenheit herrschte auch bei ihrem Parteikollegen Peter Münstermann, der als Neuling „den Vorsprung, den Josef Wirtz lange hatte, im Lauf der Zeit deutlich verringerte”. Er könne es sich vorstellen, in fünf Jahren wieder anzutreten, sagte Münstermann.

Dass Schwarz-Gelb abgewählt wurde, erklärte FDP-Kandidat Egbert Braks „vor allem mit dem Bundestrend”. Vieles sei bei der FDP nicht „gut rübergekommen”.
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