Düren - Auch schon mal feinsinnig: Atze Schröder in der Kreis-Arena

Auch schon mal feinsinnig: Atze Schröder in der Kreis-Arena

Von: has
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Er kam sah, schloss die Augen, reckte die Arme zum Hallendach, feierte sich und ließ sich vom Publikum feiern, dass einen Abend mit Atze Schröder erlebte, der den Geschmack des meist jüngeren Publikus traf. Foto: has

Düren. Knallharte hämmernde „AC-DC”-Rockmusik vom Band, dann der Wechsel - eine auf der Bühne platzierte übergroße Bärchen-Familie trällerte Heintjes „Mama”, und unter voluminösen Halleluja-Klängen betrat er die Bühne. Wie ein Prediger, den Kopf im Nacken, die Arme ausgebreitet, hochgestreckt zum Hallendach und schon hatte Atze Schröder sein Publikum in der Kreis-Arena im Griff.

Schon zum dritten Male gastierte der sprachlich im Ruhrpott angesiedelte Lockenkopf-Comedian in der Rurstadt und konnte durch seine für ihn typische Brille auf ein ausverkauftes Haus schauen und darauf bauen, dass die Zuhörer, die aus der gesamten weiteren Region kamen, ihm bei seinem Programm „Mutterschutz” enthusiastisch folgen werden.

Auch verblüfft

Es ist eine merkwürdige Humor-Mischung, die Atze Schröder eloquent bietet. Ganz lieb der Einstieg, als er erzählte, wie sein Programm entstand: Im Zoo belauschte er ein Gespräch, und als die Mutter zu ihrem kleinen Sohn sagte „Marvin, mach dat Mä ma ei” war die Idee geboren.

Was fast brav amüsant begann, entwickelte sich dann aber eher zu einer Zoten-Tour, wenn er über Promi-Mütter und anderes lästerte. Dem überwiegend jüngeren Publikum gefiel es.

Doch Schröder konnte auch verblüffen. Da blitzten plötzlich aus der Proll-Masche kabarettistische Einlagen, unvermittelt gab er Einblick in seine Herkunft von der Kleinkunstbühne, wenn er über Familiengründung oder zu Herzen gehende Filme dozierte und seine Geschlechtsgenossen auf die Schippe nahm.

Sprüche wie „eine Frau will ein Nest bauen, einer muss die Zweige bezahlen” oder sein Monolog über die „Lufthoheit der Frauen beim Kartenkauf für Veranstaltungen und das Fernsehprogramm” oder die Kurzkritik über den Streifen die Dornenvögel „Es darf nicht sein - doch, nein, doch doch”, gar einen „freien Tag für Männer” forderte, „damit diese sich die Haare einmal selbst waschen könnten”, ließen erahnen, dass er auch anders könnte.

So sinnierte er über die „Unterschicht als soziales Experiment”, charakterisierte er „die Russen” mit intelligenten Zwischentönen und dachte über „Tschernobyl-Wochen” bei einer Fast Food Kette nach.

Dann sah man Atze Schröder in einem anderen Licht, während ein großer Teil des Publikums eher verstummte. Wenn es ihm zu still wurde, stellte er die Weichen wieder in Richtung Publikumserwartung, schaute wiederum auf die Uhr, sang ein wenig, betrachtete die Bibelgeschichte unter neuen Gesichtspunkten, schilderte Golfplatzerlebnisse und persönliche Kulturschocks.

Da war er in seinem von den Fans gewünschten Element, die ohne Zweifel ihren Spaß hatten und nach einigen Zugaben sichtlich zufrieden nach Hause gingen oder fuhren.
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