Langerwehe - Auch Lehrer der Region im Arbeitskampf

Auch Lehrer der Region im Arbeitskampf

Von: Sandra Kinkel
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Rund 30 angestellte Lehrerinnen und Lehrer der Europaschule in Langerwehe haben gestern vor Unterrichtsbeginn für ihre Rechte demonstriert. Sechs haben die Arbeit komplett niedergelegt. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. „Es ist einfach nicht sehr motivierend, wenn zwei Leute für die gleiche Leistung krass unterschiedlich bezahlt werden.“Oliver Beyschlag ist Lehrer für Physik und Chemie an der Europaschule in Langerwehe. Vor 15 Jahren ist er als Quereinsteiger in den Schuldienst gegangen. Beyschlag ist einer von etwa 529 (etwa ein Viertel) nicht-verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer im Kreis Düren. Gemeinsam mit rund 30 Kollegen von der Langerweher Gesamtschule hat er am Mittwoch vor dem Schulgebäude in der Töpfergemeinde eine Kundgebung organisiert.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte zum Warnstreik aufgerufen, bei der Kundgebung in Aachen waren rund 300 Teilnehmer. „Wie viele Dürener es genau waren“, so Peter Erken von der GEW, „kann ich nicht sagen.“ Von der Europaschule Langerwehe haben sechs Pädadagogen teilgenommen, von der Anne-Frank-Gesamtschule in Mariaweiler und der Hauptschule Gürzenich jeweils einer sowie von der Hauptschule Burgauer Allee in Düren zehn Kolleginnen und Kollegen. „Ob es noch mehr waren“, so Erken, „kann ich nicht sagen.“

Verbeamtet werden heute nur noch Lehrerinnen und Lehrer die nicht älter sind als 40 Jahren, dieses Höchstalter lag noch vor Kurzem bei 35 Jahren. Auch Quereinsteiger wie Oliver Beyschlag bekommen keinen Beamtenstatus mehr. Peter Erken: „Gleiche Bezahlung ist uns natürlich wirklich ein wichtiges Anliegen. Aber wir fordern darüber hinaus endlich auch einen Tarifvertrag für Lehrerinnen und Lehrer, damit wir nicht mehr von der jeweiligen Landesregierung abhängig sind.“ „Es ärgert mich wirklich, dass ich mehrere hundert Euro im Monat weniger verdiene als die verbeamteten Lehrer“, macht Oliver Beyschlag seinem Unmut Luft. „Und dafür bin ich auch bereit, auf die Straße zu gehen.“

Dass er das, genau wie viele seiner Langerweher Kollegen das am Mittwoch nicht getan hat, ist der Tatsache geschuldet, dass Vor-Abiturklausuren geschrieben worden sind. „Wir wollen den Streik nicht auf dem Rücken der Schüler austragen“, so Beyschlag. „Die sollen darunter nicht leiden.“

Zu größerem Unterrichtsausfall ist es in Düren und Langerwehe gestern übrigens nicht gekommen, überall hat Vertretungsunterricht stattgefunden. „Trotzdem“, so Peter Erken, „macht der Streik Sinn, weil er Öffentlichkeit für unsere Anliegen schafft.“ Erken hofft, dass sich am kommenden Mittwoch möglichst viele der 480 Dürener GEW-Mitglieder an der großen Kundgebung in Düsseldorf beteiligen.

Auch soll es dann an Dürener Schulen wieder Warnstreiks geben. „Ganz sicher“, so Oliver Beyschlag, „werden wir auch mit einer Gruppe von Kollegen nach Düsseldorf fahren und vor dem Landtag demonstrieren. Dann sind auch keine wichtigen Klausuren, so dass es nicht die terminliche Probleme gibt, die wir heute hatten.“

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