Auch George W. Bush dient ihm als Motiv

Von: Anja Klingbeil
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Realismus gepaart mit Surrealismus: So beschreibt Hardy Laddey seine Werke selbst. Foto: Anja Klingbeil

Kreuzau. Rocker Marilyn Manson ist ja nicht gerade der Typ „netter Schwiegersohn”. Doch Hardy Laddeys Mutter mochte den Musiker trotzdem sehr gerne. „Ja, auch noch im Alter von 103 Jahren”, sagt Laddey. So alt ist seine Mutter nämlich geworden.

Und natürlich hat Hardy Laddey seine Mutter und Marilyn Manson gemeinsam auf einem seiner Bilder verewigt. Der gebürtige Berlinere lebt schon viele Jahrzehnte im kleinen Städtchen Kreuzau-Drove. Ringsherum jede Menge schöne Natur.

„Aber Landschaften würde ich nie malen”, sagt Laddey. Stattdessen bewegen sich seine Werke zwischen kritischem Realismus und phantastischem Surrealismus. Da werden Greifvögel zu wunderschönen Frauen und Frauen zu Greifvögeln. So ist die Metamorphose perfekt. Und auch der ehemalige amerikanische Präsident George W. Bush wird von Laddey nicht verschont und fast wie in einer Karikatur von George Grosz auf den Arm genommen.

Der 66-jährige Laddey ist Künstler aus Leidenschaft. Bereits als Jugendlicher hat er gezeichnet und Nachwuchswettbewerbe gewonnen. „Ich denke immer noch, dass es gut ist, sein Handwerk gut zu können. Denn Kunst kommt von Können”, sagt Laddey. Und so kennt sich der studierte Maler bestens in allen Techniken aus. Wer sein Haus betritt, ist mitten drin in einer kleiner Galerie. Überall hängen Laddeys Bleistiftzeichnungen und seine Aquarellbilder. Diese sind in einer ganz besonderen Technik gemalt, die Laddey selbst entwickelt hat. Die Aquarellfarbe, die auf einer speziellen Grundierung aufgetragen wird, wird am Ende mit Acryllack versiegelt und strahlt in intensiven Farben. Seine Bilder zeigen wunderschöne Details, lavierte Flächen und Hintergründe und zarte Lasuren.

Erst 2003 hat der Mann, der sich seinen Berliner Dialekt immer noch bewahrt hat, wieder mit dem Malen angefangen. Vier Jahrzehnte lang hat Laddey keinen Pinsel angerührt. „Ich wollte davon eigentlich gar nichts mehr davon wissen. Ich war ein wenig enttäuscht von der Kunst”, sagt Laddey. Hinzu kam, dass er und seine Frau Eltern wurden und er nun eine Familie ernähren musste. „Ich musste Geld verdienen”, erzählt Laddey. So hat er kurz als Kinomaler gearbeitet, war Angesteller bei einem Lebensmittelgroßhandel und dort für die Werbung verantwortlich. Schließlich hat er sich als Grafiker und Drucker selbstständig gemacht. „Im Nachhinein ärgere ich mich schon, dass ich 40 Jahre lang gar nicht gemalt habe”, sagt Hardy Laddey rückblickend. Menschen und Gesichter sind seine bevorzugten Motive. „Ich male immer aus meinem Inneren heraus.”

Das sei zwar nicht immer leicht zu verkaufen, „aber das ist mir auch eigentlich egal.” Dabei hat Hardy Laddey mittlerweile seine Bilder sogar schon bis in die Vereinigten Staaten von Amerika verkauft. „Das ist das Tolle an der Kunst, es gibt keine Grenzen, man kann alles machen.”
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