Auch an Ostern blütenweiß und faltenfrei zum Altar

Von: Sandra Kinkel
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Bügeln für den lieben Gott: Maria Lausberg aus Düren. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Rund um Ostern haben Maria Lausberg (77) und Elisabeth Marx (84) besonders viel zu tun. Erstens, weil es dann mehr Gottesdienste gibt, und zweitens, weil an Ostern immer besonders viele Priester und Messdiener im Einsatz sind.

Die beiden alten Damen pflegen nämlich die Gewänder von Priestern und Messdienern, außerdem die komplette Altarwäsche. Die beiden Seniorinnen gehören zur Paramentengruppe der Gemeinde St. Anna in Düren, die sich vor 20 Jahren gegründet hat. Elisabeth Marx ist von Anfang mit von der Partie, Maria Lausberg seit sieben Jahren. Sie bügeln, flicken und besticken die liturgischen Gewänder.

Und da kommt in St. Anna einiges zusammen. Während der Gottesdienste tragen katholische Priester ein Schultertuch aus Leinen, die Albe, (langes weißes Gewand), darüber die Stola (ein schmaler Schal, meist mit Ornamenten geschmückt) und schließlich das Messgewand. St. Anna hat zwölf Messgewänder, dazu etliche Rochettes (ein bis zu den Knien gehendes Leinengewand) und natürlich die zahlreichen Kleidungsstücke für 70 Messdiener.

Pfarrer Hans-Otto von Danwitz: „Allein an Gewändern pflegen die beiden Frauen über 150 Stücke. Das ist beachtlich.” Zumal die beiden Damen an einem Messgewand rund 20 Minuten bügeln. „Davon haben wir manchmal zwölf Stück, wenn wir uns treffen”, sagt Maria Lausberg. „Das ist dann schon viel.” Hinzu kommt, dass die liturgische Wäsche nicht gerade aus bügelleichtem Material besteht. Schweres Leinen und Baumwolle sind an der Tagesordnung. Elisabeth Marx: „Wir müssen beim Bügeln ganz schön aufpassen. Immerhin sind die Messgewänder sehr, sehr wertvoll.” Eins kostet um die 1000 Euro.

Die beiden Damen treffen sich an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat um 14 Uhr im Papst-Johannes-Haus in Düren - und sind dann mindestens für drei Stunden beschäftigt. Und zwar nicht nur mit Bügeln. Kleine Ausbesserungsarbeiten werden erledigt, manchmal stickt Elisabeth Marx Kreuze auf neue Kelchtücher, die Maria Lausberg vorher aus ausrangierten Alben genäht hat. Elisabeth Marx erzählt: „Als unsere Gruppe sich gegründet hat, waren wir noch fünf, sechs Frauen. Damals waren die Gewänder und die Altarwäsche fast schon etwas verkommen. Da haben wir sehr viel repariert und gestickt. Das ist jetzt weniger geworden.”

Elisabeth Marx und Maria Lausberg werden manchmal für ihre wichtige Arbeit belächelt. „Dabei muss das doch gemacht werden”, sagt Maria Lausberg. „Und uns macht es ja auch Freude. Wir unterhalten uns bei der Arbeit, und wenn wir fertig sind, gibt es zur Belohnung ein Tässchen Kaffee.”

Extra für die Orgelweihe hatte Maria Lausberg eine besonders lange Albe für Weihbischof Dr. Johannes Bündgens gebügelt. „Und die ist dann vor der Messe runter gefallen und war schmutzig. Die konnte der Bischof nicht anziehen. Auf keinen Fall.” Alle Gewänder und die Altarwäsche müssen eben in Ordnung, sauber und perfekt gebügelt sein.

Darauf haben Maria Lausberg und Elisabeth Marx ein besonderes Auge. Denn der schönste Lohn ihrer Arbeit ist ein perfektes Wäschebild am Altar in der Annakirche. Dann sind die beiden mächtig stolz.
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