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Atze Schröder: Jeder kriegt ohne Gnade sein Fett weg

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Enges T-Shirt, knackige Jeans, Lockenkopf, Cowboy-Stiefel und eine Pointe nach der anderen: Atze Schröder wie man ihn kennt beim Gastspiel auf Burg Nideggen. Foto: Sarah Maria Berners

Nideggen. „Meine erste DVD ist ohne Altersfreigabe erschienen. Bis zur Pause sind wir bei FSK 30”, prophezeit Atze Schröder zu Beginn seiner Show auf Burg Nideggen. Und der Ruhrpott-Komiker hält, was er verspricht. Schon vor der Pause kommen die Gags weit unterhalb der Gürtellinie an, sind nicht jugendfrei, nicht politisch korrekt.

Und genau das ist es, was Atzes Fans querbeet durch alle Altersklassen erwarten und zum Kringeln komisch finden, was andere im Publikum mit einem Kopfschütteln quittieren. Lachen müssen sie trotzdem.

Mit seiner Pommesbuden-Philosophie spricht Atze viele Wahrheiten aus - mal mit mehr, mal mit weniger Niveau, mal mit Ironie, mal mit plumpem Witz. Die Pointen sitzen, das Publikum johlt. Jeder kriegt sein Fett weg: Die Fernsehsender, die „versaubeutelte” Jugend, Migranten und Rechtsradikale, Esoteriker und Walldorfschulen. Aber auch sich selbst, den kultigen Ruhrpott-Proll mit seinem Präzisionsfahrzeug aus Zuffenhausen, nimmt er auf die Schippe.

Atze philosophiert über eine Gesellschaft, die auseinanderbricht „in dick und doof”. „Ihr kommt hier zu einer so hochkulturellen Veranstaltung, während andere nicht mal wissen, wie sie Karten kaufen können.” Atze ist durchaus auf seine Art gesellschaftskritisch, bedient sich aber auch vieler Klischees.

Die Tickets für Atzes Programm „Revolution” verkaufen sich bestens. Zusatztermine müssen angesetzt werden. „Wird der jetzt politisch?”, haben sich die Atze-Fans besorgt gefragt. Nein, wird er nicht. Die Gags über Politik beschränken sich auf flache Witze über Merkels Äußeres und Westerwelles Homosexualität. Überhaupt seien die Frauen in Deutschland im Moment so gut drauf, dass sie die besseren Kerle seien, während die Männer neuerdings kuscheln, zuhören und Rooibostee trinken.

„Ich bin kein Revoluzzer, sondern einfach nur ein Kerl, der euch einen schönen Abend machen wollte”, sagt Atze zum Abschied. Das hat er geschafft. Das Publikum holt ihn noch zweimal ins Scheinwerferlicht zurück. Als Zugabe gibt es echte Atze-Klassiker, von denen Fans nie genug kriegen können.
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