„Atos”-Trio mit viel Beifall gefeiert

Von: gn
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Das „Atos”-Trio bot im Haus der Stadt eine beglückend schöne Darbietung von Kammermusik. Foto: gn

Düren. Seit mehr als fünf Jahren geht dem „Atos”-Trio ein guter Ruf voraus, bestätigt durch bedeutende Auszeichnungen und Erfolge in Konzertreihen, bei Festivals und weltweiten Tourneen. Beim dritten Konzert der Vereinigten Industrieverbände im dicht besetzten Haus der Stadt kam das Publikum in den Genuss einer beglückend schönen Darbietung von Kammermusik.

Annette von Hehn (Violine), Thomas Hoppe (Klavier) und Stefan Heinemeyer (Violoncello) gewannen die Zuhörer durch Ausstrahlung und Intimität ihres dynamisch reich differenzierten Spiels.

Strahlende Klarheit

Die Violine erfreute mit großem Ton von strahlender Klarheit. Das Cello trat immer wieder mit sattem Klang und kultivierter wie robuster Tongebung hervor. Ebenso souverän das Klavier in allen Phasen thematischer Einleitung, solider Grundierung und virtuoser Steigerung.

Stets aber ein ausgewogenes Zusammenspiel im musikalischen Gespräch, wobei die Stimmführung mit selbstverständlicher Natürlichkeit wechselte und antwortete.

Körpersprache und Nähe im Blickkontakt ließen die Zuhörer an der Hingabe und kompositorischen Entfaltung teilhaben.

Dreimal gab es ein Trio für Klavier, Violine und Violoncello aus drei Epochen - in chronologischer Folge geplant: die Wiener Klassik im Trio B-Dur Hob.XV:20 von Joseph Haydn, die Frühromantik d-Moll op.49 von Felix Mendelssohn Bartholdy und die Moderne in a-Moll von Maurice Ravel, der sich aus dem Impressionismus stilistisch vielfältig entwickelte, sich aber in der Kammermusik auf das Erbe der beiden berief.

Das „Atos”-Trio erhöhte die kontrastreiche Abwechslung noch, indem es Ravels ausführliches Werk in die Mitte stellte und nach Haydns drei recht kurzen Sätzen Allegro spielte.

Bei Haydn wurden sofort alle Qualitäten spürbar: spielerische Leichtigkeit, energisch, behutsam und durchsichtig-klar, der volksliedhafte wie der tänzerische Charakter, die heitere Musikalität.

Verdienter Beifall

Ravel beginnt mit fremden Harmonien, lässt dann ein facettenreiches Geflecht melodischer Phrasen, rhythmischer Überraschungen, dynamischer Spannungen und technischer Capricen sich entfalten. Die vier Sätze mit lyrischen Linien, rustikal, temperamentvoll und rasant, sensibel getupft oder berauschend und mit Trillern gespickt.

Der starke Beifall zur Pause wuchs zum Schluss lang anhaltend nach Mendelssohn Bartholdys vier Sätzen, deren Bezeichnungen Reichtum der Komposition und starke Gefühle verrieten. Mit instrumentaler Virtuosität kam hier die Fülle musikalischer Genüsse stimmig zur Geltung. Ein Nocturno von Ernest Bloch wurde zum atmosphärisch zauberhaften Zusatzgeschenk.
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