Archäologietage: Fundstücke aus alter Zeit bestaunt

Von: Margret Vallot
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Viele Menschen zeigten während der Archäologietage in Nörvenich Interesse an den 2000 Jahre alten Fundstücken. Foto: Margret Vallot

Nörvenich. Die Gegend bei Nörvenich war vor 2000 Jahren vermutlich intensiver besiedelt mit römischen Gehöften, als Laien und Historiker das bisher vermutet haben. Diesen Eindruck konnte man am Wochenende bei den Archäologietagen in Nörvenich gewinnen. Es gab in der Grundschule eine Ausstellung mit erklärenden Texten sowie Samstag und Sonntag zwei Vorträge.

Ein ganzes Jahr Vorarbeit war erforderlich, um die Archäologietage auf die Beine zu stellen. Klaus Mühlbauer hat mit den Mitgliedern des archäologischen Arbeitskreis eine Glanzleistung vollbracht. Wer sich für die Geschichte der hiesigen Region, und da speziell für die Römerzeit interessiert, kam am Wochenende in Nörvenich auf seine Kosten.

Der archäologische Arbeitskreis ist Teil des Nörvenicher Heimat- und Geschichtsvereins, dessen stellvertretender Vorsitzender Arthur Bergrath ist. Dieser Verein hat derzeit keinen 1. Vorsitzenden. Niemand wolle die viele Arbeit auf sich nehmen, so wurde am Rande der Veranstaltung berichtet. Und auch, dass der Heimatverein und speziell der archäologische Arbeitskreis gern noch neue Mitglieder aufnehmen möchte.

Am Wochenende konnten in eng zusammengestellten Vitrinen Scherben bewundert werden, außerdem Münzen und Metallteile (Beschläge und Gewandnadeln) sowie das Fragment einer Jupitersäule. Das Allermeiste stammt aus der Nörvenicher Region.

Der Andrang der Interessierten, die fast alle der älteren Generation angehörten, war enorm. Die Menschen stauten sich zwischen den Vitrinen, den großen Schautafeln mit Erklärungen, Zeichnungen und Fotos und den Sitzplätzen, die für die Zuhörer der Vorträge bereitstanden. Man hat offenbar versucht, möglichst viele Fundstücke zu präsentieren.

„Die Römer in unserer Region“, so lautete der Titel eines Textes, den Klaus Mühlbauer vortrug und zu dem es viele erklärende Lichtbilder gab. Warum kamen die Römer ins Rheinland? Welche Straßen legten sie an? Welche Dörfer? Wie sieht eine Villa rustica aus? Wo siedelten die Ubier? Was ist mittels Luftbildern heute noch alles zu erkennen? Diese und viele andere Fragen nach Gebäuden und Baumaterial, nach Nahrungsmitteln und Geschirr wurden beantwortet. 400 Jahre lang muss es ein Vicus (römische Siedlung) in Nörvenich gegeben haben. Tonscherben und ungewöhnlich viele Münzen wurden gefunden. Und noch längst ist nicht jede Frage geklärt, die die Funde stellen.

Im Oktober diesen Jahres, so wurde jetzt schon mitgeteilt, werden weitere Fundstücke präsentiert. Diese Masse spricht wirklich dafür, dass die Region von Düren über Nörvenich bis Köln vor 2000 Jahren ein bedeutendes Siedlungsgebiet der Römer war.

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