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„Arbeitskreis Asyl“: Damit aus Fremden schnell Freunde werden

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In den Hochhäusern am Miesheimer Weg hat die Stadt Düren Flüchtlinge untergebracht. Zuletzt wurden 14 zusätzliche Wohnungen angemietet. Foto: Ingo Latotzki
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Die Mitglieder des Arbeitskreises Asyl. Foto: kin

Düren/Langerwehe. „Die Situation der Flüchtlinge in Langerwehe ist zum Teil menschenunwürdig. Und genau dagegen möchten wir etwas tun.“ Gaby Dax-Treller ist eine von rund 20 Männern und Frauen, die sich in dem im März gegründeten „Arbeitskreis Asyl“ engagieren.

Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde sind dabei, Anhänger von „pax christi“ und auch Kommunalpolitiker aus Langerwehe. 73 Flüchtlinge leben derzeit in Langerwehe, im Jahr 2013 waren es nur 46. 30 Asylbewerber sind offiziell in der Sammelunterkunft in Wenau untergebracht, zum Teil wohnen hier vier Männer in einem Zimmer. „Das Haus ist auch total marode“, sagt Monika Hintzen vom Arbeitskreis Asyl, die die Menschen in Wenau regelmäßig betreut. „Es gibt drei Toiletten und zwei Duschen. Das geht einfach nicht.“ Und genau hier will der Arbeitskreis Asyl ansetzen.

Die Mitglieder möchten versuchen, die Flüchtlinge dezentral und zentrumsnah in Langerwehe unterzubringen. Gleichzeitig werden Paten gesucht, die bereit sind, einzelne Flüchtlinge zu unterstützen. „Solche Patenschaften“, sagt Barbara Andrä vom „Arbeitskreis Asyl“, „können ganz unterschiedlich aussehen.“ Denkbar sei beispielsweise, dass Menschen kostenlos Deutschunterricht geben, die Flüchtlinge bei Ämtergängen oder beim Einkaufen begleiten.

Ein Ehepaar aus Langerwehe hat bereits einen Flüchtling bei sich zu Hause aufgenommen. „Das klappt hervorragend“, so Dax-Treller. „Und wir hoffen, dass dieses Beispiel Nachahmer findet.“ Den Mitgliedern des „Arbeitskreises Asyl“ ist klar, dass eine adäquate Betreuung der Flüchtlinge auf Dauer nicht allein ehrenamtlich geleistet werden kann. „Ein hauptamtlicher Sozialarbeiter“, so Andrä, „wäre wünschenswert.“ Dem „Arbeitskreis Asyl“ ist es zu verdanken, dass es in Langerwehe mittlerweile einen „Runden Tisch Asyl“ mit Vertretern von Rat und Verwaltung gibt. Monika Hinzen: „Dieser Runde Tisch hat jetzt den Sozialausschuss der Gemeinde beauftragt, sich besser und intensiver um die Flüchtlinge zu kümmern. Wir fordern zum Beispiel, dass die Gemeinde Wohnraum im Zentralort für die Flüchtlinge anmietet.“

Natürlich, auch das ist den Arbeitskreis-Mitgliedern bewusst, gäbe es auch in Langerwehe Flüchtlingen gegenüber Vorurteile. „Die können wir aber nur durch Begegnungen abbauen“, sagt Renate Wesemann. Und genau die wollen die Mitglieder des Arbeitskreises schaffen. Unter dem Motto „Damit aus Fremden Freunde werden“, lädt der Arbeitskreis einmal im Monat zu einem Stammtisch für Asylbewerber und interessierte Bürger ein. Das erste Treffen findet am Montag, 17. November, um 17 Uhr in den Räumen des Vereins „Jugend in Langerwehe“, Pochmühlenweg 50, statt. Nähere Informationen gibt es bei Marie-Theres Jung, Telefon02423/1339.

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