Anwohner von Pingsheim sind LKW-Lärm leid

Von: oha
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Nörvenich. Der Ortsteil Pingsheim ist inzwischen europaweit bekannt wegen seiner Beerenobst-Exporte. Doch Ernte und Transport der Früchte durch den großen Obsthof im Ortskern bringen jetzt Anwohner auf die Palme. Sie beklagen Lärmbelästigungen bis in die Nacht und auch an Sonn- und Feiertagen.

1972 übernahm Landwirtschaftsmeister Bernhard Levenig den 120 Hektar großen landwirtschaftlichen Betrieb in Pingsheim. Versuchsweise baute er 1975 auf einem Viertelhektar Erdbeeren an. Ein Verkaufsschlager. Heute werden von Mitte Mai bis Ende Oktober auf etwa 45 Hektar rund um Pingsheim Erdbeeren geerntet.

Damit das Obst frisch zum Kunden kommt, muss es während der Erntezeit ständig abtransportiert werden. Große Lkw und kleine „Sprinter” fahren den Hof an. Bei der Ernte helfen Trupps von Rumänen, die per Fahrrad aufs Feld fahren. Durch die Expansion des Betriebes fühlen sich die Anwohner belästigt. „Wir müssen erhebliche Lärmbelästigungen ertragen”, betont Rita Jülich für die Nachbarn. Vor einiger Zeit hatten sich Anwohner, Politiker und der Hofbetreiber an einem „Runden Tisch” getroffen, um über Abhilfe nachzusinnen.

Dabei entstand die Idee, vor dem Ortseingang auf einer gemeindeeigenen Fläche eine Wartezone für zwei große Kühltransporter anzulegen. Die sollten dort parken, bis sie per Handy zur Beladung auf den Hof geordert werden. Im Gegenzug erklärte sich der Landwirt bereit, eine Sanierung des alten Schulhofes zu übernehmen. Das Projekt wurde im Gemeinderat abgesegnet.

Die Herrichtung der Lkw-Wartezone verzögerte sich allerdings , so der Landwirt, da das beauftragte Unternehmen noch andere Projekte fertigstellen musste. Außerdem befindet sich auf besagter Fläche ein Bildstock, der unter Denkmalschutz steht. Inzwischen haben die Anwohner ihre Bedenken, ob ihnen der Lkw-Streifen wirklich weiter hilft. Jülich: „Der Lkw-Parkplatz soll in Hör- und Sichtweite der ersten Anwohner gebaut werden.” Außerdem werde der Grünstreifen derzeit noch als Spielfläche für Kinder genutzt.

Sie würden durch das Projekt in Gefahr gebracht. Einen anderen Parkplatz könne die Gemeinde nicht anbieten, sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Schüller. Ohnehin habe man seitens der Gemeindeverwaltung kaum Möglichkeiten, gegen die Lärmbelästigung vorzugehen. Auch nicht, wenn mehr als 100 Erntehelfer aus Rumänien frühmorgens im Pulk per Rad Richtung Felder fahren und dabei ein lautes Schwätzchen halten. Schüller: „Man kann ja niemandem das Sprechen verbieten.”
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